"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

30.04.2013

Maskenfest in Logo Fourossou


In Bobo checken wir wieder im casa africa ein, wo wir auch bei unserem letzten Aufenthalt standen. Hier treffen wir auf Oliver (sein französischer Name) -  ein sehr sehr sympatischer und ehrlicher Kerl... Ich wollte ihn eigentlich nur fragen, ob er uns ein Taxi in die Stadt bestellen kann, da wir Einkäufe erledigen müssen. Er bietet sich sofort an uns mit seinem Auto in die Stadt zu bringen. Er lässt uns beim Markt raus und ich frage ihn, was er bekomme. Er meinte es ist ok, er will kein Geld! Wow. 

Später treffen wir ihn wieder und er lädt uns zum Dorf seiner Mutter ein, wo am Sonntag ein Maskenfest stattfinden wird. Wir sind so happy, dass wir mit ihm mitkommen dürfen um das Fest zu sehen. Am nächsten Tag kommt er gegen Mittag und wir fahren mit ihm zum ca. 10 km entfernten Dorf „Logo Fouroussou“ Wir können mit Schlumpf dort am Platz der Schule übernachten. Er macht mit uns eine obligatorische Dorfrunde, um uns den Leuten zu zeigen...
Später gehen Till und ich noch zum Dorfchef, der gerade auf ein paar Bier in der Bar sitzt und dabei wahrscheinlich wichtige Geschäfte erledigt (so viele Unterschiede zu Österreich gibt’s gar nicht) Wir bedanken uns bei ihm für die Gastfreundschaft und quatschen noch etwas über Korruption in Afrika. Natürlich ist Burkina dabei ausgenommen – es wird nur über andere Länder gesprochen! 
Den restlichen Tag werden wir noch von unzähligen Kindern begafft und von neugierigen Dorfbewohnern begrüßt.
Am folgenden Tag, am Sonntag, 28. April findet dann das Maskenfest statt. 
Maskenfeste finden in Bobo und den umliegenden Dörfern anlässlich "großer Beerdigungen" statt sowie vor dem Einsetzen der Regenzeit und dem Bestellen der Felder im April/Mai. Man unterscheidet verschiedene Masken, weiße, bunte, solche, die nur tagsüber rauskommen, andere nur nachts, es gibt Masken, die schlagen und andere, die wild tanzen, zum Teil wirklich akrobatisch, mit Überschlag, etc. Streng geheim gehalten wird der Träger der Maske, der Tänzer, er darf nicht erkannt werden. 
Das Fest, welches wir sehen ist ein Fest vor dem Einsetzen der Regenzeit und dem Bestellen der Felder und es findet gottseidank ohne den schlagenden Masken statt (das kann mitunter sehr gefährlich werden)
 Bereits am frühen Morgen ist das ganze Dorf in Aufruhr. Essens- und Getränkeständer werden aufgebaut, es wird gekocht, Cider gesoffen und die Leute schmeissen sich in schöne Gewänder. Gegen Mittag sollen dann die Masken tanzen... wobei sich alle auf einem Platz versammeln und sich im Kreis aufstellen... Die Stimmung, die dann aufkam, als die Masken eintrafen, kann ich leider nicht in Worte fassen. Es war ein einmaliges, beeindruckendes und aufregendes Erlebnis für uns, das wir wohl nie wieder vergessen werden... 


Dorfrunde in Logo Fourossou












Kinderbaum


ein akrobatischer Überschlag

Die Trommler (in den weißen Röcken) rufen die Masken zum Tanzen auf



auch Kinder tanzen manche Masken









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