"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

13.04.2013

Benin


Nach unserer aufregenden Safari im Pendjari Park verbringen wir noch zwei Tage im Campement eines Deutschen am Rande des Parks. Dort bekommt unser Schlumpf wieder mal eine Generalwäsche inkl. Schmierung. Außerdem esse ich eine frisch geschossene Antilope aus dem Park in Form eines Ragouts. Ein Gaumenschmauß!
Dort trennen sich dann auch die Wege von uns und unseren beiden French-Friends Willi & Norig, die in einem zügigeren Tempo Benin und Togo erkunden werden.
Am 5. April fahren Till und ich weiter nach Natitingou, wo wir unseren Lebensmittelvorrat wieder auffüllen, tanken und in einem Hotel unsere E-Mails checken. Internetversorgung ist in Benin leider etwas schwierig!
Danach fahren wir zu den 12 km entfernten Wasserfällen in Kota, wo wir uns vom heißen Tag abkühlen und die Nacht dort verbringen. Am Abend beginnt es dann zu unserer Freude noch heftig zu regnen, zu blitzen und zu donnern. Eine Wohltat, da auch die Luft dabei spürbar kühler wurde. Das erste Mal seit langer Zeit, dass wir uns beim Schlafen wieder – wenn auch nur mit einem Leintuch - zudecken können.
Der nächste Morgen war ausgesprochen kühl und angenehm, was aber nicht lange anhielt. Schon nach einigen Kilometern überwältigt uns wieder die tropische Hitze. Am Weg nach Abomey besuchen wir noch einen Heilkräutergarten (deutsches Entwicklungsprojekt) und eine archäologische Ausgrabung in Bohicon – eine unterirdische historische Stadt, wo sich die Menschen während Kriegszeiten versteckt haben - bevor wir dann am 7.April Abomey erreichen. Abomey, die einstige Hauptstadt des Fon-Königreihes Dahomey gehört zu den interessantesten Plätzen des Landes.
In Abomey wollten wir die Stadt mit dem Moped erkunden. Aber kaum haben wir es vom LKW runter, muss dieses Ding schon wieder in die Werkstatt, weil es nicht mehr anspringen will. Werkstatt ist jetzt etwas übertrieben – Till findet ein paar Jungs, die auf der Straße (genauer gesagt am Gehsteig) eine Hütte haben und Mopeds reparieren. Die Jungs bekommen das auch hin und verlangen 3 Euro! Am nächsten Tag wollen wir zum Museum – mit dem Moped. Leider fällt es Till aus den Händen und landet mit der Bremse (die einzige von Beiden die noch geht) auf der Erde – bricht natürlich sofort ab. Ohne Bremse brauchst du hier auf keinen Fall in den Verkehr, so bringen wir es wieder den Jungs zum Reparieren und siehe da, einige Stunden später haben sie alle beiden Bremsen zusammengeflickt – geschweißt oder geklebt, keine Ahnung, was die da gemacht haben, jedenfalls haben sie das hinbekommen – ohne Ersatzteile!

Jetzt können wir endlich mit dem Moped zum historischen Museum und zur ehemaligen Königsresidenz vom Königreich Dahomey. Der Palast mit dem Museum gehört zu den von der UNESCO als Weltkulturgut geschützten Denkmälern.  
Die berühmtesten Könige von Dahomey waren König Ghezo und sein Sohn Glélé. Sie regierten gegen Ende des 19. Jhdt. das Land, kurz bevor die Franzosen an der Küste landeten. Angeblich soll Ghezo 800 Frauen gehabt haben, abgesehen von zahlreichen Bediensteten. Neben einer Armee von 10.000 Mann soll ihm auch ein Heer von 6000 weiblichen Kriegern, so genannten Amazonen, zur Seite gestanden haben.
Im Museum sehen wir den mit Menschenschädeln geschmückten Thron des Königs Ghézo, eine reichhaltige Sammlung mit königlichen Insignien und Juwelen sowie zahlreiche Kultgegenstände. Die Führung durch das Museum und durch die Königsresidenz war extrem interessant und wir haben ungefähr eine Vorstellung davon bekommen, wie grausam und brutal das Leben damals war...

Am nächsten Tag, am 9. April geht es auch schon wieder weiter, wir verlassen Abomey und fahren in den 140 km entfernten Küstenort Grand-Popo. Kaum kommen wir dort an, beginnt es zu stürmen, zu donnern und zu regnen. Hier an der Küste Benins hat die Regenzeit bereits begonnen. Wir freuen uns wie kleine Kinder, als wir diesen Regentag am Strand im LKW, gemütlich lesend und schlafend verbringen können. Hier weht eine angenehme Meeresbrise, wo es auch tagsüber gut auszuhalten ist.
Leider springt unser Puch-Moped schon wieder nicht an, so beschließen wir, es hier zu lassen und nicht mehr mit rauf zu nehmen... Es kostet uns (vor allem Till) einfach zu viele Nerven. Die neuen Besitzer sind zwei junge Deutsche, die in Grand-Popo ihr freiwilliges Jahr machen und sehr engagiert an Umweltprojekten arbeiten...
In Grand-Popo verbringen wir weitere 4 Tage und fahren dann am 13. April weiter über die Landesgrenze nach Togo, in die 70 km entfernte Hauptstadt Lomé.

man fragt sich, ob hier überhaupt irgendetwas sauber wurde?

von Batia nach Natitingou

eines von vielen LKW-Fracks neben der Straße

hier verbringen wir die Nacht, neben den Wasserfällen

Wasserfälle in der Nähe von Naititingou


ein Dorf Richtung Abomey


Spaziergang im Kräutergarten


ein wunderschöner Nachtfalter in Abomey

Jesus is with us
Richtung Süden wird es immer grüner und grüner...

unser Stellplatz in Grand-Popo




der südlichste Punkt unserer Reise ist an der Küste Benins erreicht





1 Kommentar:

  1. der mit abstand beste blog, wahnsinns bilder super geschichte. cooler haarschnitt und schoene hautfarbe von till. und es tut mir ja sooo leid dass ihr umdrehen muesst. wann kommt ihr nach hause? wernher

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