In Dindéfelo lernen wir eine Gruppe Spanier kennen, die hier
für ein Projekt arbeiten. Sie arbeiten in ganz Westafrika und setzen sich zum
Teil ehrenamtlich für den Schutz von Schimpansen ein. Wir erfahren, dass hier,
6 km von Dindéfelo, in Segou noch eine Gruppe Schimpansen lebt. Sofort
interessieren wir uns dafür und fragen beim Projektchef näher nach... Er
erklärt uns, dass sie hier in Segou gerade ein konkretes Projekt starten, wie
sie erstens die Schimpansen besser in Schutz nehmen können und zweitens auch zu
Geld kommen. Sie wollen es Touristen ermöglichen, die Affen zu beobachten mit
Einbezug der ganzen Infrastruktur und der Einheimischen hier.
Vorerst brauchen sie aber Testpersonen, um für optimale
Strukturen und Rahmenbedingungen sorgen zu können. Wir erklären dem Spanier,
dass wir unbedingt diese Tiere sehen möchten und fragen, ob sie uns zu ihnen
bringen können. Fernando meint, das dies auch für sie eine gute Gelegenheit
sei, um den Versuch mit uns als erste Testpersonen zu starten. Wir stimmen
sofort zu.
Am nächsten Tag geht es also um 6:00 Früh in den Wald, mit
einer Biologin, die hier ein Jahr mit den Primaten arbeiten wird und einem
einheimischen Guide, der angeblich den Wald und die Tiere gut kennt.
Wir freuen uns riesig auf das Abenteuer und darauf, viele
Schimpansen zu sehen... Auch ich stehe an diesem Tag, dem 4.März - zudem Norigs
Geburtstag - gerne auf...
Leider verläuft dieser Tag anders, als wir uns es
vorgestellt haben...
Eine kurze Zusammenfassung: 8 ganze Stunden in fürchterlicher
Hitze im Wald herumhirschen, verfolgt von ungemein vielen Tse-Tse fliegen und
dazu angehalten, kein Wort zu sagen, kein Geräusch zu machen und nicht zu
atmen.
Im Nachhinein waren wir furchtbar sauer auf den Guide, der
anscheinend die Tiere kennt, aber er hatte in Wahrheit 0 Ahnung von Spurenlesen
und dem Verhalten der Affen. Wir liefen die ganze Zeit in die falsche
Richtung... wir konnten sie immerzu hören, verpassten sie aber jedes Mal. Nur
einmal konnten wir ca. 4 Sekunden ein ausgewachsenes Männchen sehen, das vor
uns gemütlich vorbeimarschierte. Leider verschwand er sofort wieder im dichten
Dickicht. Grrrrrrrrrrrrrr
Nachdem wir uns eingestanden haben, dass wir die Tiere heute
wohl nicht mehr sehen werden, wanderten wir noch zu einem Wasserfall, wobei wir
wieder über 1 Stunde unterwegs waren. Am Rückweg ging uns dann auch noch das
Wasser aus und ich konnte vor Erschöpfung meine Beine kaum mehr heben.... Ich
war so erleichtert, als wir dann eeeeendlich das Camp erreichten und unsere
trockenen Kehlen mit Wasser befeuchten durften.
Am Abend kochten wir zur Feier des Tages groß auf: Vorspeise
à la francaise, marrokanische Tajine und Geburtstagskuchen.
Weil Willi und Till noch immer nicht gesättigt sind und
crazy for the chimpanzes sind, gehen sie nächsten morgen noch mal mit in den
Wald, in der Hoffnung doch noch einige von ihnen sehen zu können. Ich streike
und mache mir einen gemütlichen Vormittag im Camp :D
| die Biologin Paula und der Guide - listening to the chimpanzes |
| jungle feeling |
| Carmen fix & fertig |
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