"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

10.03.2013

crazy for the schimpanzés


In Dindéfelo lernen wir eine Gruppe Spanier kennen, die hier für ein Projekt arbeiten. Sie arbeiten in ganz Westafrika und setzen sich zum Teil ehrenamtlich für den Schutz von Schimpansen ein. Wir erfahren, dass hier, 6 km von Dindéfelo, in Segou noch eine Gruppe Schimpansen lebt. Sofort interessieren wir uns dafür und fragen beim Projektchef näher nach... Er erklärt uns, dass sie hier in Segou gerade ein konkretes Projekt starten, wie sie erstens die Schimpansen besser in Schutz nehmen können und zweitens auch zu Geld kommen. Sie wollen es Touristen ermöglichen, die Affen zu beobachten mit Einbezug der ganzen Infrastruktur und der Einheimischen hier.
Vorerst brauchen sie aber Testpersonen, um für optimale Strukturen und Rahmenbedingungen sorgen zu können. Wir erklären dem Spanier, dass wir unbedingt diese Tiere sehen möchten und fragen, ob sie uns zu ihnen bringen können. Fernando meint, das dies auch für sie eine gute Gelegenheit sei, um den Versuch mit uns als erste Testpersonen zu starten. Wir stimmen sofort zu.
Am nächsten Tag geht es also um 6:00 Früh in den Wald, mit einer Biologin, die hier ein Jahr mit den Primaten arbeiten wird und einem einheimischen Guide, der angeblich den Wald und die Tiere gut kennt.
Wir freuen uns riesig auf das Abenteuer und darauf, viele Schimpansen zu sehen... Auch ich stehe an diesem Tag, dem 4.März - zudem Norigs Geburtstag - gerne auf...
Leider verläuft dieser Tag anders, als wir uns es vorgestellt haben...
Eine kurze Zusammenfassung: 8 ganze Stunden in fürchterlicher Hitze im Wald herumhirschen, verfolgt von ungemein vielen Tse-Tse fliegen und dazu angehalten, kein Wort zu sagen, kein Geräusch zu machen und nicht zu atmen.
Im Nachhinein waren wir furchtbar sauer auf den Guide, der anscheinend die Tiere kennt, aber er hatte in Wahrheit 0 Ahnung von Spurenlesen und dem Verhalten der Affen. Wir liefen die ganze Zeit in die falsche Richtung... wir konnten sie immerzu hören, verpassten sie aber jedes Mal. Nur einmal konnten wir ca. 4 Sekunden ein ausgewachsenes Männchen sehen, das vor uns gemütlich vorbeimarschierte. Leider verschwand er sofort wieder im dichten Dickicht. Grrrrrrrrrrrrrr
Nachdem wir uns eingestanden haben, dass wir die Tiere heute wohl nicht mehr sehen werden, wanderten wir noch zu einem Wasserfall, wobei wir wieder über 1 Stunde unterwegs waren. Am Rückweg ging uns dann auch noch das Wasser aus und ich konnte vor Erschöpfung meine Beine kaum mehr heben.... Ich war so erleichtert, als wir dann eeeeendlich das Camp erreichten und unsere trockenen Kehlen mit Wasser befeuchten durften.
Am Abend kochten wir zur Feier des Tages groß auf: Vorspeise à la francaise, marrokanische Tajine und Geburtstagskuchen.
Weil Willi und Till noch immer nicht gesättigt sind und crazy for the chimpanzes sind, gehen sie nächsten morgen noch mal mit in den Wald, in der Hoffnung doch noch einige von ihnen sehen zu können. Ich streike und mache mir einen gemütlichen Vormittag im Camp :D 

die Biologin Paula und der Guide - listening to the chimpanzes

jungle feeling

Carmen fix & fertig 




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