"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

24.03.2013

Bobo Dioulasso

In Bobo campen wir im Casa Africa in einem netten kleinen und schattigen Hof.
Till hat seit einigen Tagen Probleme mit seinen Ohren und sucht gemeinsam mit Willi einen Arzt auf. Sie finden einen privaten HNO Arzt, der sich am nächsten Tag um Tills Problem annimmt. Er spült seine Ohren kräftig durch und verschreibt ihm Tropfen, womit es seinen Ohren umgehend wieder besser geht.
Am 19.3. besuchen wir Vormittags die alte Moschee „Dioulassoba“. Sie wurde 1880 in sudanischem Stil erbaut und zählt zu den wichtigsten Beispielen der alten afrikanischen Lehmarchitektur.
Anschließend besuchen wir mit einem Guide das älteste Stadtviertel „Kibidoué“. In diesem Stadtviertel leben „ Musiker“, „ Handwerker“ (Schmiede), Mosleme und „Animisten“. Animismus zählt zu den traditionellen afrikanischen Religionen, obwohl es eigentlich keine bestimmte Religion ist, es handelt sich um viele verschiedene Vorstellungen. Ahnenverehrung, Fruchtbarkeitsrituale, Totemismus und liturgisches  Vortragen von Schöpfungsmythen sind allgemeiner Bestandteil afrikanischer Religiosität und haben etwas Ursprüngliches, das bei den so genannten Hochreligionen nicht mehr in diesem Sinne zu finden ist.
Unser Guide führt uns zu dem Fetisch des Dorfes, ein kleiner Lehmhügel an dem Tierinnereien, Blut und Federn kleben. Das wird den Toten geopfert. Er erklärt uns einige Rituale, die die Dorfbewohner für jegliche Art von Problemen hier anwenden. Immer wird dabei ein Huhn geopfert. Z.b. wenn man vor einer Frage oder einem Problem steht und Rat sucht, nimmt man ein Huhn, köpft es beim Lehmhügel (Fetisch) und das Huhn läuft dann noch mit den letzten Zuckungen ohne Kopf herum und fällt dann irgendwann tot um – entscheidend ist nun, wie das Huhn zu Boden fällt: landet es mit dem Rücken am Boden, heißt das für die zu beantwortende Frage oder das Problem nichts gutes, fällt das Huhn nach Vorne zu Boden, bedeutet das etwas Gutes. Das Blut und die Innereien werden dann auf den Fetisch geschmiert und den Toten geopfert, das Huhn wird gegessen.
Neben dem großen Lehmhügel, der als Fetisch für die Männer des Dorfes bestimmt ist, gibt es auch noch einen Fetisch für die Frauen, der rechts davon an einer Hausmauer ist und einen Fetisch für Kinder, der sich unten am Boden befindet!
Im Dorf erstehen wir dann noch eine wunderschöne Bobo-Sonnenmaske bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen und uns von unserem Guide verabschieden.
Am nächsten Tag fahren wir zum großen Markt in Bobo, wo ich wieder einmal Stoffe, viel frisches Gemüse und Früchte einkaufe.
An unserem letzten Abend in Bobo backen wir Pizza mit vieeeeel teuerem europäischem Käse, dazu gibt’s französischen Wein und „Brakina“ Bier – man gönnt sich ja sonst nix!



die alte Moschée Dioulassoba in Bobo


das älteste Dorf in Bobo




die Frauen brauen hier Bier - eher Cider



Norig und ich trauen uns als erste, es zu kosten
Der Fetisch im Dorf, Lehmhügel, daran die Opfergaben an die Toten - Blut, Federn und Innereien

Bobo-Sonnenmaske - erste Maske die wir in dem Dorf in Bobo gekauft haben. Sie wird zum Anbeginn der Regenzeit getanzt, um auf viel Regen zu hoffen

authentische Schmetterlingsmaske - 2 Meter lang - Till hat nicht widerstehen können

und auch hier mussten wir zugreifen - authentische Tanzmaske, die einen Büffel darstellt, eine Initiationsmaske für junge Burschen 


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