"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

25.02.2013

Ziguinchor

Am 18.2. sind wir also in Ziguinchor, die Hauptstadt der Casamance, eingetrudelt. Wir treffen uns mit Rene, der bereits am Vortag mit Doris und Margit eingetroffen ist, am Campingplatz Casamance. Ein schöner, ruhiger und familiärer Campingplatz, wo wir nun die kommende Woche verbringen werden.

Noch diesen Abend treffen wir Papa Ndiack, Assanes Cousin aus Dakar, der in Ziguinchor gerade sein Masterstudium in Soziologie abschließt.
In den nächsten Tagen muss einiges erledigt werden. Rene muss sich seine Tickets für die Rückfahrt nach Dakar besorgen (via Fähre), wir müssen uns neue Campingsessel und einen High-Lift fürs Moped kaufen, ja und außerdem muss ich dringend Stoffe kaufen und damit zum Schneider gehen.

Mittwoch Abend lädt uns Papa Ndiack zum Essen bei sich ein. Es gibt etwas traditionelles: Reis mit hmm... keinem Fleisch, Till ist ja Vegetarier, sondern, einer grauen Paste aus Meeresfrüchten?, Gemüse?, doch Fisch? Jedenfalls schmeckte es sehr different. Dazu gibt’s von uns mitgebrachten roten Wein aus Marokko. Papa Ndiacks Lieblingsgetränk.
Tags darauf bekommen wir von ihm noch eine Führung durchs Uni-Gelände, Universität von Ziguinchor, wo man so ziemlich alles studieren kann. 
Am Freitag revanchieren wir uns dann mit einem typischem Ösi essen, wenn man zu einem vegetarischem Essen überhaupt typisch Ösi sagen darf. Naja, sagen wir mal so: wir kochten Semmelknödel mit Schwammerlsauce, dazu Gurkensalat und Bier! Der Braten bleibt aus. 
Er sagt es schmecke ihm, aber es ist sehr different. Für uns war es ein Festessen, das könnt ihr euch wohl vorstellen.
Die Woche in Ziguinchor war unter dieser Hitze (38° im Schatten!!!) teilweise kaum zu ertragen. Tagsüber kann man sich kaum bewegen, sogar Essen ist zu anstrengend.
Abends kühlt es aber ab und es wird richtig angenehm. Vorallem mit einem kühlem Bierchen. 
An eine heiße Dusche oder einer Decke im Bett will ich gar nicht erst denken.
Das wird noch lustig, denn morgen werden wir nach Tambakunda aufbrechen – der heißeste Ort im ganzen Senegal – Spitzenwerte von bis zu 42° im Schatten soll es dort grad haben. Ich freu mich schon riesig auf diese Sauna. Von dort aus geht es dann weiter ins Basari-Land im Niokolokoba Nationalpark, auf das wir uns echt schon freuen.

Die Woche in Ziguinchor war nicht nur wunderschön, weil wir Doris und Papa Ndiack wieder gesehen haben, sondern wir konnten jetzt endlich auch eine Entscheidung treffen, wie sich unsere Reise fortsetzen wird. Und wie eigentlich fast immer, entschied sich das fast wie von selbst, denn wir haben am Campingplatz ein junges französisches Pärchen kennen gelernt, denen wir uns nun für die nächsten Wochen anschließen werden. Aber wo uns die Reise hinführen wird, könnt ihr in den nächsten Einträgen lesen...



Abschiedsfoto mit Ol und Debo, die jetzt schon wieder in Marokko sind
Eindrücke aus Ziguinchor







Camping Casamance in Ziguinchor
kleines Schwätzchen am Gartenzaun



Wenn Till nicht gleich abwäscht, dann gibts eine Ameiseninvasion

beim Schneider in Ziguinchor

Kennt ihr dieses Bügeleisen noch? Tja, hier wird jeder Stoff damit gebügelt!


das Haustier am Campingplatz

er hilft mir den Blog zu schreiben!

Abschiedsschmerz! Natürlich fließen wieder die Tränen - bei mir!

Margit wird Rene ein Stück auf seiner Rückreise begleiten!
Danke Robo für die wundervolle, erlebnisreiche, intensive und geniale gemeinsame Zeit. Wir bewundern dich für deine Offenheit und deine unkomplizierte Art! Schade, dass du uns verlässt :( Wir wünschen dir eine ebenso tolle und "mystische" Rückreise - stay Robo - stay cool!!!






20.02.2013

Karneval in Kafountine


Am 10. Februar erreichen wir nach 8 stündiger Fahrt am Abend Kafountine. Eigentlich können wir mit unseren Fahrzeugen beim Campement von Tilly Boo (der Name einer Trommelband) stehen, wo auch Doris schläft, doch der Weg dorthin lässt sich mit unserem Schlumpf leider nicht bewältigen. Alles ist so derartig verwachsen, dass wir wegen unserer Höhe Probleme bekommen. Für Lady Landy kein Problem. Ein Bekannter von Doris bot uns an, dass wir die Nacht auf seinem Grundstück stehen können. Weil es schon dunkel war, nahmen wir das Angebot dankend an. Am nächsten Tag suchen wir uns einen anderen Stellplatz, auf einem Grundstück eines Franzosen können wir die nächsten Tage verbringen.
Am Abend des 11. Februar besuchen wir alle zusammen den Karneval in Kafountine. Der Karneval wird hier über Tage gefeiert. Jeden Tag gibt es ein Programm: Tänze, Konzerte, Workshops uvm. Wir besuchen ein besonderes Konzert, zudem wohl der ganze Ort kommt. Der berühmteste „Kora“-Spieler Westafrikas – er kommt aus Gambia - spielt an diesem Abend mit seiner Band. Die Stimmung war großartig – alle tanzten auf der Bühne und konnten sich kaum halten vor Begeisterung über ihren Star. Bei Till und mir hielt sich die Begeisterung jedoch in Grenzen, sodass wir schon um Mitternacht wieder heimfuhren. Apropos heimfahren: Die ca. 2 km Sand-Piste vom Ortszentrum zu unserem LKW fahren wir immer mit unserem Moped – wäre viel zu kompliziert jedes Mal den LKW zusammenzupacken. Die Heimfahrt im Dunklen ist besonders spannend wenn man kein Licht am Moped hat und sich den Weg mit Stirnlampen ausleuchtet, zudem es stellenweise richtig tiefen Sand gibt. Ist schon lustig! J
Der nächste Tag verläuft nicht so glücklich für uns: Unsere beiden Campingsessel brechen heute zusammen und das Moped lässt sich nicht mehr starten.
Mit Lady Landy bringen wir es in eine Mopedwerkstätte, wo es um umgerechnet 8 Euro repariert wird. An den ständigen Sand ist unser Österreich-Puch wohl nicht gewöhnt.
Wir verbringen noch ein paar Tage in Kafountine und brechen dann am 15. Februar auf nach Abéné, wo wir uns die heiligen Bäume ansehen wollen. Die heiligen Bäume waren ursprünglich 6 Bäume, die mittlerweile auf einen riesen riesen Baum zusammengewachsen sind. So einen riesigen Baum haben wir noch nie zuvor gesehen. Natürlich bleiben wir an diesem Platz nicht lange ungesehen. Einige Frauen wollen Geld (quelle surprise?), damit sie für uns beten können...
Diese Nacht können wir gratis auf einem Fußballplatz stehen.
Nächsten Tag fahren wir nur wenige km weiter nach Niafurang. Auch hier kämpfen wir uns mit dem LKW wieder durch verwachsene Pisten zum Campingplatz zweier Holländer, wo wir die nächsten 2 Tage bleiben, bevor wir nach Ziguinchor weiterfahren.


Kafountine


Im Fischerdorf bauen sie diese riesen Piroguen mit der Hand

Die Fischer kommen zum Strand und geben die frischen Fische ab, die dann dort am Markt verkauft werden - ein riesiges Treiben


dieser Fisch wird zum trocknen in der Sonne aufgelegt





Faschingsumzug in Kafountine


Konzert des berühmten Kora Spielers

Essen mit Doris und Margit


der heilige Baum in Abéné


In Niafourang



Camping in Niafourang

Schlumpf kämpft sich durch den Dschungel - Carmen muss Äste hochhalten!







17.02.2013

Entscheidungen treffen


Passend zum Sonntag möchte ich heute meine Gedanken mit euch teilen und euch an der Planung unseres weiteren Reiseverlaufs teilnehmen lassen:
Anfang April müssen wir aus dem Senegal ausreisen. Es stellt sich nun die Frage, in welche Länder wir weiterreisen. Wir haben bereits die Visa folgender Länder: Mali, Guinea Conakry, Elfenbeinküste und Burkina Faso. Unsere ursprüngliche Route sollte uns über Mali nach Burkina, Togo und schlussendlich Benin führen. Aufgrund der politischen Lage im Norden Malis und auch der noch immer angespannten Lage in der Elfenbeinküste sind wir uns nicht recht sicher. Letzte Woche erreichte uns eine Mail zweier Holländer, die ein paar Tage zuvor durch den Süden Malis gereist sind. Sie erzählten uns, dass es überhaupt keine Probleme gab und sie von der ganzen Lage nichts gespürt haben.
Eigentlich haben wir Mali schon abgehackt, bringt uns diese Mail jetzt erneut zum nachdenken. Laut Außenministerums Deutschland (das Österreichische kann man ohnehin vergessen) besteht die Gefahr, dass jederzeit die Grenzen geschlossen werden können. Zusätzlich warnen sie auf ihrer Seite auch über die Lage in Burkina Faso im Zusammenhang mit Mali. In der Elfenbeinküste ist die Lage schon über Jahre angespannt...
Hinzu kommt, dass wir ja auch darauf angewiesen sind, in allen Ländern wieder zurückreisen zu können.
Vier weitere Overlander in zwei Fahrzeugen sind momentan auch im Senegal unterwegs, die nun beschlossen haben anstatt durch Mali, durch Guinea und der Elfenbeinküste Richtung Südafrika zu reisen, bei denen wir uns anhängen könnten. Aber recht Wohl ist mir trotzdem nicht.
Ein erneuter Plan ist, in die zwei schönen Länder Guinea-Bissau und Guinea-Conakry  zu reisen, dann wieder zurück in den Senegal.
Sachen wie, heimkommen oder schaut euch doch noch Spanien an, sind nicht willkommen in den Kommentaren!!!! ;)

Liebe Grüße aus der Casamance. Kann heute nicht genug Schatten bekommen, in dieser Hitze :)




16.02.2013

Am Südufer des Gambia River


Nachdem wir den Paradies-Beach in Saniang verlassen haben, fahren wir am 8. Februar in den Osten Gambias, nach Tendaba village. Dieses kleine Dorf liegt am Südufer des Gambia Rivers unweit des Kiang West National Parks. Dort können wir im Dorf hinter der Moschee mit unseren Fahrzeugen stehen. Ebenfalls kostenlos.
Auch hier sind wir wieder eine Attraktion für das gesamte Dorf.
Am nächsten Tag unternehmen wir eine Piroguenfahrt am Gambia River und zu den Mangrovenwäldern. Hier sollen nämlich zahlreiche Krokodile leben.
Mr. Faye, der selbsternannte Touristenguide, fährt mit uns in seiner Pirogue raus. Die 2 stündige Tour war echt abenteuerlich. Die Pirogue war nicht mehr ganz so dicht, sodass wir die ganze Fahrt Wasser raus schöpfen mussten und der Motor war auch nicht mehr der Beste. Einmal blieben wir im Mangrovendickicht im Schlamm stecken und mussten auf die Flut warten, damit wir wieder rausfahren konnten... Das Schlammasel wurde von Mr. Faye mit "oh oh" kommentiert. Ganz wohl war uns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr :D 
Wir konnten aber zahlreiche Vögel und Pelikane beobachten und konnten dann sogar einen kurzen Blick auf den Kopf eines Krokodils erhaschen. Es ist nicht leicht, die Tiere zu sehen, da sie sehr scheu sind. Aber das Highlight dieser Fahrt sollte noch kommen... Beim Zurückfahren - das Boot war schon fast voll mit Wasser – hüpften auf einmal Delphine aus dem Wasser, direkt neben unserem Boot. Wahnsinn, so viele Delphine, die uns neugierig zurück zum Steg begleiteten...

Am Nachmittag wurden wir von Lamine, ein Dorfbewohner, in sein Haus eingeladen. Er stellte uns seiner Familie vor, wir bekamen Papaya aus dem Garten und quatschten über kulturelle Unterschiede zwischen Gambia und Österreich. War echt eine nette und interessante Einladung. Am Abend feierten wir dann noch Abschied, denn Oliver und Deborah werden uns morgen leider verlassen und zurück in den Norden aufbrechen... NAMNALA Oliver & Deborah! Danke für die wunderbare Zeit mit euch! 

Am 10. Februar verlassen wir Tendaba village und fahren nach Soma, die Grenzstadt im Osten Gambias. Dort trennen sich unsere Wege: Oliver und Deborah fahren in den Norden, Till, ich und Rene verlassen Gambia und fahren in den südlichen Senegal in die Casamance.
In Kafountine, ein Städtchen an der Küste, treffen wir unsere Doris wieder, die hier ihr Grundstück hat.    

Unser Stellplatz in Tendaba village


Piroguenfahrt durch die Magrovenwälder
Tja, die Pirogue war nicht ganz dicht

Die Mangroven am Gambia River sind bis zu 20 m hoch





Delphineeee - unser Glück, dass die so neugierig sind





Von Tendaba nach Soma - man beachte dieses Plakat des gambianischen Präsidenten

Olivers LKW - ein wahrer Schattenspender

irgendwo zwischen Tendaba und Soma