"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

29.05.2013

Schweißperlen am Tizi Tirherhouzine


Jetzt geht’s im Eiltempo Richtung Norden, weil’s wirklich schon stressig wird mit unseren Plänen und der restlichen Zeit, die wir noch für die Reise haben.
Nach einer Nacht in der Dadès Schlucht verlassen wir sie auch schon wieder und fahren retour auf die Nationalstraße, weiter geht’s Richtung Osten, wo wir in die Todrha Schlucht abbiegen. Die Landschaft ist nach diesen 50 km auf einmal wieder komplett anders.... Aber auch extrem faszinierend und atemberaubend schön. Die Straße schlängelt sich zunächst durch eine graue Steinwelt bergauf, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt Tinerhir und den Oued Todra hat.
Danach geht es in einer Schlucht weiter... bis zur engsten und bekanntesten Stelle der Straße, wo sich zahlreiche Touristen tummeln, die anscheinend vergessen haben, dass sie nicht in Ibiza oder Mallorca Urlaub machen. Die Mädels stehen mit BH und weißer Hose bekleidet im Wasser und Sonnen sich, andere gehen in kurzer Hose und Trägershirt wandern... aijajai, muss mich echt ein wenig schämen für die Toubabs.
Zum Verweilen lädt Mallorca nicht ein, deshalb fahren wir schnell weiter und suchen uns ein Restaurant (Restaurant/Hotel Baddou), wo wir die Beste Tajine ever essen. Gestärkt geht’s nun weiter Richtung Imilchil. Till will, dass ich weiterfahre, um endlich meine Fahrkenntnisse zu verbessern, wie er sagt. Ich gebe mich geschlagen und setze mich ans Steuer... Tatsächlich überquere ICH dann einige Kilometer später den mittleren Atlas bei Tizi Tirherhouzine auf 2700 Höhenmeter. Recht wohl ist mir dabei nicht à Dem Till übrigends auch nicht, wie ich ihm ansehe... Der herrliche Ausblick und die wunderbare Straße, die durch einsame Bergwelt und ursprüngliche Dörfer führt, lässt die Schweißperlen aber schnell wieder trocknen. Kurz vor Imilchil übernimmt Till wieder das Steuer, damit wir noch vor Jahresende unseren Schlafplatz erreichen. Unseren Schlafplatz schlagen wir für heute an einem Bergsee (Lac Tislit) auf ca. 2200 Meter auf, wo es später ziemlich huschi wurde, wir aber trotzdem noch auf Viki’s 30er anstoßen bevor wir uns im warmen Bett verkriechen...

Der Nächste Tag beginnt wieder genauso aufregend, denn kaum hab ich meinen Kaffee getrunken zwingt mich Till das Steuer zu übernehmen. Na toll, wieder kann ich einen Pass rauf fahren mit diesem Tonnen-schweren-Ding.
Schnell steht mir wieder der Schweiß auf der Stirn:  Eine Pass-Straße alleine würde doch langweilig sein. Aber wenn dabei die Straße richtig eng ist, der Asphalt so richtig kaputt ist und der Abhang neben dir keine Ahnung wie weit runter geht, dann wird’s so richtig interessant...
Ich weiß nicht wer jetzt mehr schwitzt: Till, ich oder der LKW-Fahrer, der uns natürlich genau in der engsten Stelle entgegenkommt. Jetzt gebe ich mich endgültig geschlagen und verlasse das Steuer. Die Abfahrt und die restlichen 100 km darf Till fahren...
Kurz vor El Ksiba folgt noch ein kleiner Pass auf 1500 Meter. In El Ksiba,  ein kleines Städtchen, gönnen wir uns einen Kaffee (5 DH) und erledigen Einkäufe bevor wir uns einen Schlafplatz an einem nicht weit entfernten Stausee (Richtung Azrou) suchen.
Eigentlich wollten wir noch einen Tag länger am Stausee verbringen, aber es ist Sonntag und schon am Vormittag leisten uns zahlreiche Ausflügler Gesellschaft, die hier wohl auch einen schönen Tag verbringen wollen. Vorbei ist es mit unserer Ruhe, deswegen fahren wir weiter nach Azrou. Dort wollen wir in den großen Kiefern-Wald, wo Berberaffen leben sollen.
Wir glauben dort unsere Ruhe zu finden... äh, Fehlanzeige. Mitten im schönen Wald: Souvenierstände, Millionen Leute, Lärm, Müll,...  

Blick auf die Stadt und den Oued Todrha

Todrha Schlucht

Todrha Schlucht

Ich bin meinen ersten Pass (2700 m) gefahren - juhuu 


traumhafter Ausblick von 2700 m

ein Bergdorf vor Imilchil

Plateau de Lac bei Imilchil

Lac Tislit auf 2200 m


Stausee bei El Ksiba

Kiefernwald bei Azrou

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