Jetzt
geht’s im Eiltempo Richtung Norden, weil’s wirklich schon stressig wird mit
unseren Plänen und der restlichen Zeit, die wir noch für die Reise haben.
Nach
einer Nacht in der Dadès Schlucht verlassen wir sie auch schon wieder und
fahren retour auf die Nationalstraße, weiter geht’s Richtung Osten, wo wir in
die Todrha Schlucht abbiegen. Die Landschaft ist nach diesen 50 km auf einmal
wieder komplett anders.... Aber auch extrem faszinierend und atemberaubend
schön. Die Straße schlängelt sich zunächst durch eine graue Steinwelt bergauf,
von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt Tinerhir und den Oued Todra
hat.
Danach
geht es in einer Schlucht weiter... bis zur engsten und bekanntesten Stelle der
Straße, wo sich zahlreiche Touristen tummeln, die anscheinend vergessen haben,
dass sie nicht in Ibiza oder Mallorca Urlaub machen. Die Mädels stehen mit BH
und weißer Hose bekleidet im Wasser und Sonnen sich, andere gehen in kurzer
Hose und Trägershirt wandern... aijajai, muss mich echt ein wenig schämen für
die Toubabs.
Zum
Verweilen lädt Mallorca nicht ein, deshalb fahren wir schnell weiter und suchen
uns ein Restaurant (Restaurant/Hotel Baddou), wo wir die Beste Tajine ever
essen. Gestärkt geht’s nun weiter Richtung Imilchil. Till will, dass ich
weiterfahre, um endlich meine Fahrkenntnisse zu verbessern, wie er sagt. Ich
gebe mich geschlagen und setze mich ans Steuer... Tatsächlich überquere ICH
dann einige Kilometer später den mittleren Atlas bei Tizi Tirherhouzine auf
2700 Höhenmeter. Recht wohl ist mir dabei nicht à Dem Till übrigends auch nicht, wie ich ihm
ansehe... Der herrliche Ausblick und die wunderbare Straße, die durch einsame
Bergwelt und ursprüngliche Dörfer führt, lässt die Schweißperlen aber schnell
wieder trocknen. Kurz vor Imilchil übernimmt Till wieder das Steuer, damit wir
noch vor Jahresende unseren Schlafplatz erreichen. Unseren Schlafplatz schlagen
wir für heute an einem Bergsee (Lac Tislit) auf ca. 2200 Meter auf, wo es
später ziemlich huschi wurde, wir aber trotzdem noch auf Viki’s 30er anstoßen bevor
wir uns im warmen Bett verkriechen...
Der
Nächste Tag beginnt wieder genauso aufregend, denn kaum hab ich meinen Kaffee
getrunken zwingt mich Till das Steuer zu übernehmen. Na toll, wieder kann ich
einen Pass rauf fahren mit diesem Tonnen-schweren-Ding.
Schnell
steht mir wieder der Schweiß auf der Stirn: Eine Pass-Straße alleine würde doch langweilig sein. Aber
wenn dabei die Straße richtig eng ist, der Asphalt so richtig kaputt ist und
der Abhang neben dir keine Ahnung wie weit runter geht, dann wird’s so richtig
interessant...
Ich
weiß nicht wer jetzt mehr schwitzt: Till, ich oder der LKW-Fahrer, der uns
natürlich genau in der engsten Stelle entgegenkommt. Jetzt gebe ich mich
endgültig geschlagen und verlasse das Steuer. Die Abfahrt und die restlichen
100 km darf Till fahren...
Kurz
vor El Ksiba folgt noch ein kleiner Pass auf 1500 Meter. In El Ksiba, ein kleines Städtchen, gönnen wir uns
einen Kaffee (5 DH) und erledigen Einkäufe bevor wir uns einen Schlafplatz an
einem nicht weit entfernten Stausee (Richtung Azrou) suchen.
Eigentlich
wollten wir noch einen Tag länger am Stausee verbringen, aber es ist Sonntag
und schon am Vormittag leisten uns zahlreiche Ausflügler Gesellschaft, die hier
wohl auch einen schönen Tag verbringen wollen. Vorbei ist es mit unserer Ruhe,
deswegen fahren wir weiter nach Azrou. Dort wollen wir in den großen
Kiefern-Wald, wo Berberaffen leben sollen.
Wir
glauben dort unsere Ruhe zu finden... äh, Fehlanzeige. Mitten im schönen Wald:
Souvenierstände, Millionen Leute, Lärm, Müll,...
| Blick auf die Stadt und den Oued Todrha |
| Todrha Schlucht |
| Todrha Schlucht |
| Ich bin meinen ersten Pass (2700 m) gefahren - juhuu |
| traumhafter Ausblick von 2700 m |
| ein Bergdorf vor Imilchil |
| Plateau de Lac bei Imilchil |
| Lac Tislit auf 2200 m |
| Stausee bei El Ksiba |
| Kiefernwald bei Azrou |
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