In Dakhla verbringen wir
nur eine Nacht. Hier ist es uns eindeutig zu windig. Nicht aber für die
zahlreichen Kyte- und Windsurfer, die hier campen. Wir treffen hier auch zwei
Österreicher: Leon und Angelika, ein Pärchen aus Wien, die mit ihrem VW-Syncro
unterwegs sind. Nach einem gemütlichen Kaffeeplausch mit ihnen, brechen wir
dann gegen Mittag auf nach Boujdour. Nach ca. 100 km bekommt Till auf einmal
Fieber... Ich übernehme das Steuer, was mich ziemlich stresst, denn die Straße
durch die Westsahara ist alles andere als ungefährlich. Die Straße ist so eng,
das gerade mal Auto und LKW nebeneinander passen, wenn dann ein LKW
entgegenkommt, muss man auf das Bankett ausweichen, sonst ist mit ziemlicher
Sicherheit der Spiegel weg, was uns ja schon beim Runterfahren passiert ist.
Stressfaktor Nr. 2 ist
dann auch noch Tills Fieber. Natürlich kommt uns sofort der Gedanke, dass es
Malaria sein könnte. Malaria hat eine Inkubationszeit von 10 Tagen bis zu 4
Wochen oder länger, d.h. wir sind zwar aus dem Malariagefährdeten Gebiet,
können aber immer noch an Malaria erkranken. Eigentlich hätten wir ja Tests
mit. Die hab ICH aber in Ouagadougou vergessen. Nach schweißtreibenden 300 km
(sowohl für Till als auch für mich) kommen wir endlich in Boujdour an. Hier
gibt es ein Krankenhaus, wo wir nach den Malariatests fragen wollen. Gibt
natürlich keine. Ist ja auch kein Malariagebiet. Tja, Murphey’s Law!!!
Wir stellen uns auf den
Campingplatz, wo sich Till ausruhen kann und wir das Fieber beobachten
können...
Am übernächsten Tag,
Muttertag, beschließen wir weiterzufahren... Till hat gsd definitiv keine
Malaria und er fühlt sich auch schon besser. Nähe Laayoune stellen wir uns auf
den Strand, wo uns die Polizei leider verjagt. Sie meinen, es sei besser, wenn
wir bei ihnen am Parkplatz übernachten... Naja, nicht so schön, aber gratis!
Am nächsten Tag geht’s
dann ein Stück weiter, so gefallen hats uns bei der Polizei dann auch nicht....
Die nächsten zwei Tage
verbringen wir im Camp Bedouine, welches sich neben einem Sebkha
(ausgetrockneter Salzsee) befindet, inmitten einer atemberaubend traumhaft
schönen und idyllischen Wüstenlandschaft.
Ausgerechnet hier, in der
ärgsten Pampa treffen wir wieder auf Alain, ein Franzose, der alleine mit
seinem Spitz- Hund (Monsieur Spirot) in einem Toyota reist. Wir haben ihn
letztes Jahr in Marokko kennen gelernt und dann noch einmal zufällig getroffen
und jetzt schon wieder. Unglaublich. Gemeinsam mit ihm und einem lustigen
Engländer, der auf seinem Motorrad nach Gambia fährt, verbringen wir einen
lustigen Abend mit Bier und exzellenter Berber-Tajine.
Am nächsten Tag sind Till
und ich alleine im Camp. Wir unternehmen eine kleine Wanderung über den Salzsee
zu einem Zeugenberg, der sich in der Mitte des Sees befindet... Die Sahara ist
und bleibt einfach eine der schönsten Landschaften für uns.
Am 15. Mai verlassen wir
nun endgültig die Sahara und indem wir Tan-Tan erreichen sind wir jetzt auch
landschaftlich wieder in Marokko gelandet. Wir schlafen noch eine Nacht etwas
abseits der Straße, bevor wir am 16. Agadir erreichen, wo wir erstmal unsere
Vorräte im Marjan aufstocken. Nach 4 Monaten Afrika ist bereits Marokko
hinsichtlich der Produktauswahl eine Überforderung für uns. So schnell können
sich Lebensstil und Gewohnheiten ändern. Im Marjane greifen wir aber trotzdem
kräftig zu. ;) Nach dem Shoppingmarathon düsen wir nach Aourir, zu Abdellah, wo
wir vermutlich eine Woche bleiben werden...
Bald hätt ich es
vergessen: Kurz vor Tan-Tan und kurz bevor die Straße wieder besser wurde,
haben wir doch noch unseren Seitenspiegel verloren. Unter dem Motto:
Traditionen sollen nicht gebrochen werden, hat uns so ein Vollidiot mit seinem
riesen LKW mit viel zu hoher Geschwindigkeit beim Überholen gestreift und den Spiegel mitgerissen! Till
war so sauer und hat ihn mit Vollgas, Lichthupe und Dauergehupe verfolgt, bis
er endlich stehen blieb. Er hat
alles abgestritten, nein, ER war das nicht... Naja, vielleicht haben wir ja
geträumt und der Spiegel ist einfach weggegangen...
| Camp Bedouin |
| Alain, den wir bereits zum 3. Mal treffen |
| Wasserfall mitten in der Wüste |
| Tills Windschutz |
| In der Lagune vom Sebkha Debira (Naturreservat Naila) |
| Kurz vor TanTan |
| Unser Schlafpatz nach TanTan |
Hallo Ihr zwei.
AntwortenLöschenGerade noch in Afrika und schon seits wieder in Persien?!
Liebste Grüße auch an Abdellah
Oliver
Hey Ol!
AntwortenLöschenjaja, so schnell geht das auf 4 Rädern ...
Wir haben der Hitzehölle entfliehen müssen ;)
Jetzt gehts noch eine Runde durch den Osten Persiens und dann Urlaub in Portugal :) Freuen uns scho sehr drauf!
Wir hoffen in eurem Garten blüht und gedeiht schon alles und wir können dann im August Garten-Gemüse-Tajine zusammen essen!
Bei Abdellah hat sich einiges getan - die Hütte fürs Restaurant steht schon. Es gibt jetzt einen Tennisplatz und ein super Volleyballnetz.
Außerdem besuchen ihn viele Russen zum Surfen.
Genießt den beginnenden Sommer zuhause - auf ein baldiges Widersehen
Carmen & Till