"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

18.05.2013

Vom Salzsee in die Zivilisation


In Dakhla verbringen wir nur eine Nacht. Hier ist es uns eindeutig zu windig. Nicht aber für die zahlreichen Kyte- und Windsurfer, die hier campen. Wir treffen hier auch zwei Österreicher: Leon und Angelika, ein Pärchen aus Wien, die mit ihrem VW-Syncro unterwegs sind. Nach einem gemütlichen Kaffeeplausch mit ihnen, brechen wir dann gegen Mittag auf nach Boujdour. Nach ca. 100 km bekommt Till auf einmal Fieber... Ich übernehme das Steuer, was mich ziemlich stresst, denn die Straße durch die Westsahara ist alles andere als ungefährlich. Die Straße ist so eng, das gerade mal Auto und LKW nebeneinander passen, wenn dann ein LKW entgegenkommt, muss man auf das Bankett ausweichen, sonst ist mit ziemlicher Sicherheit der Spiegel weg, was uns ja schon beim Runterfahren passiert ist.
Stressfaktor Nr. 2 ist dann auch noch Tills Fieber. Natürlich kommt uns sofort der Gedanke, dass es Malaria sein könnte. Malaria hat eine Inkubationszeit von 10 Tagen bis zu 4 Wochen oder länger, d.h. wir sind zwar aus dem Malariagefährdeten Gebiet, können aber immer noch an Malaria erkranken. Eigentlich hätten wir ja Tests mit. Die hab ICH aber in Ouagadougou vergessen. Nach schweißtreibenden 300 km (sowohl für Till als auch für mich) kommen wir endlich in Boujdour an. Hier gibt es ein Krankenhaus, wo wir nach den Malariatests fragen wollen. Gibt natürlich keine. Ist ja auch kein Malariagebiet. Tja, Murphey’s Law!!!
Wir stellen uns auf den Campingplatz, wo sich Till ausruhen kann und wir das Fieber beobachten können...
Am übernächsten Tag, Muttertag, beschließen wir weiterzufahren... Till hat gsd definitiv keine Malaria und er fühlt sich auch schon besser. Nähe Laayoune stellen wir uns auf den Strand, wo uns die Polizei leider verjagt. Sie meinen, es sei besser, wenn wir bei ihnen am Parkplatz übernachten... Naja, nicht so schön, aber gratis!
Am nächsten Tag geht’s dann ein Stück weiter, so gefallen hats uns bei der Polizei dann auch nicht....
Die nächsten zwei Tage verbringen wir im Camp Bedouine, welches sich neben einem Sebkha (ausgetrockneter Salzsee) befindet, inmitten einer atemberaubend traumhaft schönen und idyllischen Wüstenlandschaft.
Ausgerechnet hier, in der ärgsten Pampa treffen wir wieder auf Alain, ein Franzose, der alleine mit seinem Spitz- Hund (Monsieur Spirot) in einem Toyota reist. Wir haben ihn letztes Jahr in Marokko kennen gelernt und dann noch einmal zufällig getroffen und jetzt schon wieder. Unglaublich. Gemeinsam mit ihm und einem lustigen Engländer, der auf seinem Motorrad nach Gambia fährt, verbringen wir einen lustigen Abend mit Bier und exzellenter Berber-Tajine.
Am nächsten Tag sind Till und ich alleine im Camp. Wir unternehmen eine kleine Wanderung über den Salzsee zu einem Zeugenberg, der sich in der Mitte des Sees befindet... Die Sahara ist und bleibt einfach eine der schönsten Landschaften für uns.

Am 15. Mai verlassen wir nun endgültig die Sahara und indem wir Tan-Tan erreichen sind wir jetzt auch landschaftlich wieder in Marokko gelandet. Wir schlafen noch eine Nacht etwas abseits der Straße, bevor wir am 16. Agadir erreichen, wo wir erstmal unsere Vorräte im Marjan aufstocken. Nach 4 Monaten Afrika ist bereits Marokko hinsichtlich der Produktauswahl eine Überforderung für uns. So schnell können sich Lebensstil und Gewohnheiten ändern. Im Marjane greifen wir aber trotzdem kräftig zu. ;) Nach dem Shoppingmarathon düsen wir nach Aourir, zu Abdellah, wo wir vermutlich eine Woche bleiben werden...

Bald hätt ich es vergessen: Kurz vor Tan-Tan und kurz bevor die Straße wieder besser wurde, haben wir doch noch unseren Seitenspiegel verloren. Unter dem Motto: Traditionen sollen nicht gebrochen werden, hat uns so ein Vollidiot mit seinem riesen LKW mit viel zu hoher Geschwindigkeit  beim Überholen gestreift und den Spiegel mitgerissen! Till war so sauer und hat ihn mit Vollgas, Lichthupe und Dauergehupe verfolgt, bis er endlich stehen blieb.  Er hat alles abgestritten, nein, ER war das nicht... Naja, vielleicht haben wir ja geträumt und der Spiegel ist einfach weggegangen...


Camp Bedouin
Alain, den wir bereits zum 3. Mal treffen

Wasserfall mitten in der Wüste


Zeugenberg im Sebkha Oum Dba

Tills Windschutz






In der Lagune vom Sebkha Debira (Naturreservat Naila)



Kurz vor TanTan

Unser Schlafpatz nach TanTan



2 Kommentare:

  1. Hallo Ihr zwei.
    Gerade noch in Afrika und schon seits wieder in Persien?!

    Liebste Grüße auch an Abdellah

    Oliver

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  2. Hey Ol!
    jaja, so schnell geht das auf 4 Rädern ...
    Wir haben der Hitzehölle entfliehen müssen ;)
    Jetzt gehts noch eine Runde durch den Osten Persiens und dann Urlaub in Portugal :) Freuen uns scho sehr drauf!
    Wir hoffen in eurem Garten blüht und gedeiht schon alles und wir können dann im August Garten-Gemüse-Tajine zusammen essen!
    Bei Abdellah hat sich einiges getan - die Hütte fürs Restaurant steht schon. Es gibt jetzt einen Tennisplatz und ein super Volleyballnetz.
    Außerdem besuchen ihn viele Russen zum Surfen.

    Genießt den beginnenden Sommer zuhause - auf ein baldiges Widersehen

    Carmen & Till

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