"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

11.05.2013

Von Senegal über Mauretanien zurück in die Westsahara


Nach vier sehr entspannten, ruhigen und klimatisch angenehmen Tagen  in der Zebrabar fahren wir am frühen Morgen (06:00!!) des 7. Mai weiter.
In St. Louis arbeitet die Polizei immer sehr motiviert, allerdings nicht um diese Uhrzeit, so kommen wir schnell und gratis durch die Stadt. Nach einer Stunde erreichen wir die Grenze zu Mauretanien am Staudamm in Diama. Komplett gemütlich und in kurzer Zeit erledigen wir alle Formalitäten, allerdings ist im Senegal nix gratis denn wir bezahlen selbst bei der  Ausreise (in keinem anderen Land haben wir sonst bei der Ausreise bezahlt!!) insgesamt 4000 CFA (Brückenzoll). Dafür fallen wir dieses Mal nicht mehr auf die  „Stempelgebühr“ von 10 € hinein, welche wir bei der Einreise noch unwissend bezahlt haben. Till lässt dem Polizisten wissen, dass eine Bezahlung ohne Bestätigung Korruption ist und das ist illegal. Somit hatte sich das auch ganz schnell wieder erledigt. Au Revoir korrupter Senegal!!!
Auf mauretanischer Seite gings auch nicht gratis: Ingesamt 46 € für das passavant, die Scheinversicherung, den Eintritt für den Nationalpark indem die Piste verläuft und die Taxe communal. Dafür werden wir beim Abschließen der Versicherung zum Tee eingeladen. Jaja, die Araber und ihr Tee. Das gefällt uns.
Nach den Grenzformalitäten beginnt nun die Staudammpiste durch den Nationalpark. Rund 100 km auf abschnittsweise richtig üblem Wellblech, sodass die 10 liter Trinkwasser Kanister im Wohnaufbau herumkugeln, den Wasserhahn dabei einschalten (der bei uns durch einen Kippschalter mit dem Fuß zu betätigen ist) und eine Überschwemmung sondergleichen anrichten. Normalerweise wäre das Wasser ja einfach in der Spüle abgelaufen – aber nicht heute. Ich hab nämlich vor der mauretanischen Grenze noch unseren Korn-Schnaps ausgeleert (strenges Alkoholverbot in Mauretanien) und dann den Stöpsel in der Spüle zugemacht, damit die Zöllner den Schnaps nicht riechen können. So und jetzt war dieser Stöpsel zu und das Wasser konnte ungehindert die Spüle füllen, dann sich seinen Weg über die ganze Kücheneinrichtung, in jeder Ritze, runter über den Herd zum Boden suchen und eine Sauerei im ganzen Wohnaufbau anrichten. Tja. Nur gut dass wir das noch bemerkt haben, bevor der Wassertank sich komplett entleeren konnte.– Murphey’s Law!

An jenem Tag fahren wir insgesamt noch 600 km bis wir den Polizeiposten in Chomi erreicht haben und dort todmüde ins Bett fallen.
Am nächsten Tag geht’s auch schon früh wieder weiter und wir schaffen auch noch die Grenze zu Marokko. In 2 Tagen Mauretanien! ;)
Und diese Grenze, was soll ich sagen... Nicht korrupt wie in den anderen Staaten dafür umso komplizierter und langwieriger. In 5 Registern muss man sich hier eintragen lassen, Stempel im Pass für Person und noch mal fürs Fahrzeug und dann auch noch einen Zettel dort und einen Stempel hier für den Fahrzeugscanner, warten und anstellen in einer Reihe, die es nicht gibt – denn die Araber hassen sich hinten anzustellen. Insgesamt brauchen wir weit über 2 Stunden hier. Die Grenze lässt einem deutlich erkennen, dass sich hier das Tor zu Europa befindet...
80 km nach der Grenze biegen wir dann in Richtung Küste ab und finden ein abgelegenes Fischerdorf mit einem Marinestützpunkt. Wir fragen die Leute dort, ob wir irgendwo im Dorf übernachten dürfen. Sie zeigen sich unwahrscheinlich gastfreundlich, bieten uns an, hier so lange zu stehen wie wir wollen. Später bekommen wir noch eine Einladung zum Tee und man will uns sogar frische Langusten SCHENKEN! Ein Traumplätzchen fanden wir hier - mit Blick auf die Bucht und den Sandstrand.
Am nächsten Tag konnte ich wieder mal ausschlafen (7:30!!!) und nach einem Luxusfrühstück mit Jamila und Flan (für Marokkoinsider) unternehmen wir noch einen Strandspaziergang bevor wir Richtung Dakhla aufbrechen.

Was unseren blinden Passagier betrifft: Sie/Er/Es dürfte irgendwo vor St. Louis ausgestiegen sein. Unsere Kartoffel bleiben seitdem unberührt und wir finden auch keine Scheissehaufen mehr. Inshalla!


Abschied von der Zebrabar fällt ziemlich schwer




Die Senegalesen, immer zum Scherzen aufgelegt ;) Der Bus steht nicht - der fährt!!!

Frag mich, was die da auf dem Auto sucht?

Achtung Pumba!

Piste nach der Grenze in Mauretanien

Wüstendorf




Wüstenlandschaft in der Westsahara

unser Stellplatz im Fischerdorf




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