"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

07.01.2013

Nouakchott


Zwischen Nouâdhibou und Nouakchott wollten wir eigentlich den Nationalpark Banc d'Arguin besuchen und dort eine ruhige Nacht verbringen. Der Nationalpark liegt von der N2, der Asphaltstraße etwa 40 km entfernt, am Atlantik. Leider erklärte man uns beim Pisteneingang (Ranger), dass das Durchfahren mit LKWs über 3,5 Tonnen verboten sei, sie jedoch ein Auge zudrücken würden, wenn wir pro Fahrzeug 10.000 Ouguya (25 Euro) bezahlen würden. 
Leider ist das für uns zu viel Geld, dass wir nicht bezahlen wollen, und schon gar nicht, weil es ein offensichtliches Bestechungsgeld ist. So, müssen wir die Nacht wohl oder übel bei der Polizeistation verbringen. Letzteres hatte aber auch was gutes, denn wir lernen dort die Schwedin Emma (theskippingkangaroo.com) kennen, die mit ihrem Fahrrad von Schweden bis nach Kapstadt fährt und zwei Polen (patatyipomarancz.pl), die die selbe Tour von Polen aus fahren. Die 3 treffen sich ab und zu auf der Strecke, so wie an diesem Abend. Gemeinsam plaudern wir über ihre und unsere Reiseerlebnisse bei einem gemütlichem Ösi-Bier. 
Bei km 30.839 - nach insgesamt 8769 gefahrene km erreichen wir am 6.1.2013 die Hauptstadt Mauretaniens, Nouakchott. Mehr als irgendeine andere Stadt reflektiert Nouakchott die durch schnelle und nicht kontrollierte Urbanisierung verursachten Probleme. Anfangs als kleine zentrale Verwaltungsstelle mit 30.000 Einwohnern (1959), hat die Stadt nun knapp 1 Mio. Einwohner (Gesamtbevölkerung Mauretaniens: 3 Mio!!!) 
Der Verkehr ist eine Sache für sich - wir brauchen schon extrem gute Nerven, um in diesem Chaos bestehen zu können. Für Rene ist dieser Verkehr eine Wohltat und entspannend, wie er sagt.
Wir schlafen in Nouakchott im Hof einer kleinen Auberge, wo wir auch andere Individualreisende treffen. Eine echte Oase inmitten dieser hektischen Großstadt...

Heute Vormittag haben wir einige Dinge zu erledigen. Wir wollen auf die Botschaft von Mali um uns wegen der Sicherheitslage im Süden zu erkundigen, außerdem brauchen wir noch unsere KFZ-Haftpflichtversicherung für Westafrika (CDEAO, carte brune), die in Nouakchott anscheinend am günstigsten zu bekommen ist. 
In der malischen Botschaft war es so relaxed, sodass wir uns gleich ein Visum für 3 Monate ausstellen lassen. Man versicherte uns, dass das Durchreisen im Süden des Landes "pas de problem" sei. 2 Stunden später und um 16.000 UM pro Person (40 Euro) erleichtert, haben wir nun das Visum in unserem Pass! :D 
Anschließend fahren wir weiter zur Versicherungsagentur "taamin" wegen der carte brune. Und tatsächlich: Dort stellt man uns die Haftpflichtversicherung um 60.000 UM (150 Euro) für 6 Monate aus. Lady Landy bezahlt nur ca. 75 Euro, weil die Kosten nach Autoleistung gestaffelt sind. 
Somit sind wir jetzt bestens gerüstet für den Senegal und die anderen westafrikanischen Länder, die wir noch bereisen möchten - inkl. Mali :D 
Jetzt gibts noch ein ordentliches Kartoffelgulasch und morgen gehts dann ab auf die Grenze....
Maa salama!


irgendwo im Niergendwo

Emma fährt mit ihrem Bike nach Kapstadt


Aga und Adam fahren mit den Bikes nach Kapstadt!


Die staubige Landschaft zwischen Nouadhibou und Nouakchott - sehr eintönig

intakte Mercedeees in Nouakchott



Auberge menata


1 Kommentar:

  1. Danke wieder einmal für deine ausführlichen Berichte. Die Fotos, ja das ist Afrika. Da kommen bei mir auch gleich die Erinnerungen hoch. Ich wünsche euch viel Glück für den nächsten Grenzübergang, denkt an mich, wenn ihr in St. Louis seid. Liebe Grüße Birgit

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