Am 14.1. müssen wir
leider unser Paradies namens Zebrabar verlassen. Wir brechen früh auf in die
Hauptstadt Senegals, Dakar! Dakar, was soll ich sagen?
40 Grad, Staub, Smog,
Gestank, der Verkehr toppt jede Stadt, in der wir bisher waren, die Kinder -
und hier gibt es wirklich viele viele viele Kinder – sind zum Fressen süß!
Natürlich sind wir für die Kinder eine Attraktion. Sie wollen uns grüßen,
anfassen und uns nach unsere Namen fragen. Und das machen sie jeden Tag, jeden
Tag, wenn sie von der Schule kommen, werden unsere LKWs von ihnen eingekreist
und umstellt. Goodbye privacy!
Wir können hier in
Dakar bei Madiengs Haus stehen. Diese befindet sich in einem relativ ruhigen
Wohnviertel, ca. 18 km außerhalb des Stadtzentrums.
Gottseidank wurden
wir von Jilly, einem Neffen von Madieng, abgeholt und durch das Gassengewirr
geleitet. Hausnummern, Straßenbezeichnungen?
Den ersten Tag in
Dakar haben wir damit verbracht uns überall vorzustellen und alle zu begrüßen
die irgendwie zur Familie gehören, oder auch nicht(?).
Am nächsten Tag hat
sich Madieng für uns Zeit genommen. Gemeinsam sind wir Yoff zum Strand
gefahren, anschließend gab es noch Sightseeing vom Bus aus und abgeschlossen
haben wir den Tag in einer Patisserie.
Die anschließenden 3
Tage waren ein auf und ab der Gefühle!
In den nächsten 3
Tagen waren wir täglich von Morgens bis Abends in Dakar City. Aufgrund der aktuellen "beschissenen" politischen Lage in Mali haben wir uns entschieden das Land nicht zu bereisen. Deswegen haben wir uns das Visum für Guinea, Elfenbeinküste und Burkina Faso ausstellen lassen. Wenn man
bedenkt, dass wir täglich für 18 km in die Stadt geschlagene 2 Stunden Fahrzeit
einrechnen mussten, und auch wieder 2 Stunden für die Rückfahrt, blieb uns für
die Botschaften nicht mehr viel Zeit. J
Am Freitag konnten
wir uns dann das letzte Visum – von der Botschaft Burkina Faso – holen – 400 Euro,
einem Führerschein (Renes Führerschein) und etliche Nerven leichter können wir
jetzt wieder etwas entspannen und uns den schönen Sachen in Dakar hingeben.
Apropos schöne
Sachen: Am 2. Tag hab ich erfahren, dass Madieng für uns Leute bezahlt, die
während der Nacht vor dem Haus Wache halten um auf uns aufzupassen. Uns kam das
etwas übertrieben vor und ich meinte zu Madieng, dass das überhaupt nicht nötig
sei, und er braucht schon gar nicht dafür bezahlen. PUNKT. Madieng hat nur
gemeint: OK! Also waren in der nächsten Nacht keine Nachtwachen mehr da. Am
nächsten Morgen dann das große Entsetzen: Bei Oliver und Deborah fehlte die
Einstiegsleiter. Und etwas später bemerkte auch Rene, dass seine Sandbleche
nicht mehr am Auto waren.
In der Nacht sind wir
wohl bestohlen worden!
Ab jetzt gibt’s
wieder Nachtwächter für uns und somit Arbeitsplätze für ein paar Jungs hier.
Zu der Geschichte mit
Renes Führerschein: Die Suche nach den Botschaften gestaltete sich anfangs als
furchtbar schwierig, denn wir hatten keine Koordinaten, sondern lediglich die
Adressen. Und da es hier quasi kein System bezüglich Hausnummern und
Straßennamen gibt (wenn doch, haben wir das noch nicht durchschaut) ist das wie
eine Schnitzeljagd.
Auch in Dakar gibt es
wie bei uns Einbahnen. Mit einem Unterschied: diese Einbahnen sind NICHT
gekennzeichnet. (Zitat eines Polizisten diesbezüglich: „C’est normal en
Afrique) Eine unserer „wie verhalte ich mich bei einer Polizeikontrolle in
Afrika-Regeln“ lautet: grundsätzlich nix bezahlen, falls doch, nur mit
Rechnung! Daran hält sich auch Rene, als wir von einem betrunkenen Polizisten
nachdem wir gegen die Einbahn gefahren sind, aufgehalten wurden. Dieser
Polizist wollte sage und schreibe 12.000 CFA von uns. Renes Hartnäckigkeit,
nicht bezahlen zu wollen, bestrafte er dann einfach mit dem Entzug seines
Führerscheins. In 3 Tagen könnte er sich diesen gegen Bezahlung in der
zuständigen Polizeistation wieder holen. Tja, shit happens. Also mussten wir am
Freitag nachdem wir auf 3 Botschaften waren, auch noch zur Polizei, die am
anderen Ende der Stadt liegt. Die Geschichte hatte zum Glück doch noch ein
happy end, denn Rene bezahlte für seinen Führerschein nur 5000 CFA (7€) auf der
Polizeistation.
Am Samstag hatten wir
dann endlich Ruhe von Botschaft und Polizei. Wir erledigten bloß noch eine
kleine Tour mit Hilfe von Madiengs Fahrer, Barra, der unser Moped zum
Reparieren brachte und auch unseren Wechselrichter, der gestern leider seinen
Geist aufgab.
Wir erleben hier in
Dakar trotz Anstrengung mit Botschaft, Polizei, neugierigen Kindern und
Nachbarn, afrikanisches Familienleben sehr nahe. Wir werden fast täglich zum Essen ins
Haus geladen, spielen mit den Kindern, gehen zusammen zu Konzerten und
Boxkämpfen und machen zusammen Musik.
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