"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

20.01.2013

Dakar


Am 14.1. müssen wir leider unser Paradies namens Zebrabar verlassen. Wir brechen früh auf in die Hauptstadt Senegals, Dakar! Dakar, was soll ich sagen?
40 Grad, Staub, Smog, Gestank, der Verkehr toppt jede Stadt, in der wir bisher waren, die Kinder - und hier gibt es wirklich viele viele viele Kinder – sind zum Fressen süß! Natürlich sind wir für die Kinder eine Attraktion. Sie wollen uns grüßen, anfassen und uns nach unsere Namen fragen. Und das machen sie jeden Tag, jeden Tag, wenn sie von der Schule kommen, werden unsere LKWs von ihnen eingekreist und umstellt. Goodbye privacy!
Wir können hier in Dakar bei Madiengs Haus stehen. Diese befindet sich in einem relativ ruhigen Wohnviertel, ca. 18 km außerhalb des Stadtzentrums.
Gottseidank wurden wir von Jilly, einem Neffen von Madieng, abgeholt und durch das Gassengewirr geleitet. Hausnummern, Straßenbezeichnungen?

Den ersten Tag in Dakar haben wir damit verbracht uns überall vorzustellen und alle zu begrüßen die irgendwie zur Familie gehören, oder auch nicht(?).
Am nächsten Tag hat sich Madieng für uns Zeit genommen. Gemeinsam sind wir Yoff zum Strand gefahren, anschließend gab es noch Sightseeing vom Bus aus und abgeschlossen haben wir den Tag in einer Patisserie.
Die anschließenden 3 Tage waren ein auf und ab der Gefühle!
In den nächsten 3 Tagen waren wir täglich von Morgens bis Abends in Dakar City. Aufgrund der aktuellen "beschissenen" politischen Lage in Mali haben wir uns entschieden das Land nicht zu bereisen. Deswegen haben wir uns das Visum für Guinea, Elfenbeinküste und Burkina Faso ausstellen lassen. Wenn man bedenkt, dass wir täglich für 18 km in die Stadt geschlagene 2 Stunden Fahrzeit einrechnen mussten, und auch wieder 2 Stunden für die Rückfahrt, blieb uns für die Botschaften nicht mehr viel Zeit. J
Am Freitag konnten wir uns dann das letzte Visum – von der Botschaft Burkina Faso – holen – 400 Euro, einem Führerschein (Renes Führerschein) und etliche Nerven leichter können wir jetzt wieder etwas entspannen und uns den schönen Sachen in Dakar hingeben.
Apropos schöne Sachen: Am 2. Tag hab ich erfahren, dass Madieng für uns Leute bezahlt, die während der Nacht vor dem Haus Wache halten um auf uns aufzupassen. Uns kam das etwas übertrieben vor und ich meinte zu Madieng, dass das überhaupt nicht nötig sei, und er braucht schon gar nicht dafür bezahlen. PUNKT. Madieng hat nur gemeint: OK! Also waren in der nächsten Nacht keine Nachtwachen mehr da. Am nächsten Morgen dann das große Entsetzen: Bei Oliver und Deborah fehlte die Einstiegsleiter. Und etwas später bemerkte auch Rene, dass seine Sandbleche nicht mehr am Auto waren.
In der Nacht sind wir wohl bestohlen worden!
Ab jetzt gibt’s wieder Nachtwächter für uns und somit Arbeitsplätze für ein paar Jungs hier.

Zu der Geschichte mit Renes Führerschein: Die Suche nach den Botschaften gestaltete sich anfangs als furchtbar schwierig, denn wir hatten keine Koordinaten, sondern lediglich die Adressen. Und da es hier quasi kein System bezüglich Hausnummern und Straßennamen gibt (wenn doch, haben wir das noch nicht durchschaut) ist das wie eine Schnitzeljagd.
Auch in Dakar gibt es wie bei uns Einbahnen. Mit einem Unterschied: diese Einbahnen sind NICHT gekennzeichnet. (Zitat eines Polizisten diesbezüglich: „C’est normal en Afrique) Eine unserer „wie verhalte ich mich bei einer Polizeikontrolle in Afrika-Regeln“ lautet: grundsätzlich nix bezahlen, falls doch, nur mit Rechnung! Daran hält sich auch Rene, als wir von einem betrunkenen Polizisten nachdem wir gegen die Einbahn gefahren sind, aufgehalten wurden. Dieser Polizist wollte sage und schreibe 12.000 CFA von uns. Renes Hartnäckigkeit, nicht bezahlen zu wollen, bestrafte er dann einfach mit dem Entzug seines Führerscheins. In 3 Tagen könnte er sich diesen gegen Bezahlung in der zuständigen Polizeistation wieder holen. Tja, shit happens. Also mussten wir am Freitag nachdem wir auf 3 Botschaften waren, auch noch zur Polizei, die am anderen Ende der Stadt liegt. Die Geschichte hatte zum Glück doch noch ein happy end, denn Rene bezahlte für seinen Führerschein nur 5000 CFA (7€) auf der Polizeistation.
Am Samstag hatten wir dann endlich Ruhe von Botschaft und Polizei. Wir erledigten bloß noch eine kleine Tour mit Hilfe von Madiengs Fahrer, Barra, der unser Moped zum Reparieren brachte und auch unseren Wechselrichter, der gestern leider seinen Geist aufgab.
Wir erleben hier in Dakar trotz Anstrengung mit Botschaft, Polizei, neugierigen Kindern und Nachbarn, afrikanisches Familienleben sehr nahe. Wir werden fast täglich zum Essen ins Haus geladen, spielen mit den Kindern, gehen zusammen zu Konzerten und Boxkämpfen und machen zusammen Musik.




Baobab - Affenbrotbaum



Vor Madiengs Haus in Dakar! Kinder sind so....

... ?


Shop von Assane

Krisensitzung vor Madiengs Haus

Bustaxi in Dakar


Monument de la Renaissance africaine - Dakars neues umstrittenes Wahrzeichen

Am Strand in Yoff


lustiger Sightseeingausflug mit Madieng, Allün (hier am Bild) und Bara

und schon wieder Kinder


... Ney Fatu 

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