In Foum Zguid haben wir noch 3 Tage verbracht. Eigentlich wollten wir schon früher los, wir waren jedoch in so guter Gesellschaft - da viel uns der Abschied sehr schwer. Einen Tag nach Ankunft in Foum Zguid erweiterte sich nämlich unsere Gruppe um einen Steyr-LKW mit den beiden Deutschen Andreas und Tina. Wir verbringen 2 sehr schöne entspannte Tage zusammen, es wird gemeinsam gegessen, getrunken und gefachsimpelt über LKW-Ausbauten.
Andreas hat sich seinen Steyr + Aufbau auch komplett selber gebaut - ein imposantes Werk!
Leider müssen wir uns irgendwann doch von den beiden Teams verabschieden und so trennen sich unsere Wege dann am 2. Dezember, dem 1. Advent!
Das Magirus-Team fährt Richtung Tata, das Steyr-Team treffen wir später wieder in Taliouine :D
Wie auch beim Magirus-Team (www.flug-rost.de) einige Troubles nach unserer Trennung aufkommen, verlässt uns ebenso das Glück für kurze Zeit: In Foum Zguid dachten wir uns, wir nehmen den kürzesten Weg nach Norden - also über den Pass (Tizni Tichka) nach Marrakech.
Da es im Atlas Gebirge schon geschneit hat, erkundigen wir uns vorher noch, ob der Pass auch befahrbar sei. Man versicherte uns, dass man ihn während des Tages fahren kann, da die Sonne kräftig genug ist und das Eis auf der Straße schmelzen lässt.
So verbringen wir den ganzen 1. Advent mit Fahren und planlos wie wir nun einmal sind (es heißt ja ABENTEUER Westafrika) machen wir uns keine Gedanken darüber, wo wir die Nacht verbringen - wird scho was daherkommen.
Malin & David aus Spanien mit ihrem VW T3
Nach Tazenakt hat man bereits einen traumhaften Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas!
Als es dann dunkel wurde, und wir nach zwei Stunden noch keinen passenden Platz zum schlafen gefunden haben - wir waren aber schon an der Schneegrenze auf 1800 m angelangt - müssen wir wohl oder übel die Nacht in Eiseskälte am Pass verbringen.
Renes Heizung will erst gar nicht laufen - wir beschließen nicht einzuheizen und packen uns lieber warm ein.
Vor dem Einschlafen denk ich noch daran, wie sich wohl der Diesel hier mit der Eiseskälte vertragen wird!!! Als wir in der Früh aufwachen, waren die Fenster Eis bedeckt. Es war echt saukalt und wir schalten unsere Gasheizung ein...
Während Till Kaffee für uns macht (das macht er jeden Morgen) bleib ich noch im Bett liegen - ist ja viel wärmer hier! Nach ungefähr 10 min überkommt mich dann ein flaues Gefühl, mir wird schlecht und ich bekomme auf einmal fürchterliche Kopfschmerzen. Ich stehe auf - muss mich aber gleich wieder auf den Boden hocken, denn mir wird schwarz vor Augen. Till ebenfalls. Gut dass er gleich schaltet und das Gas abdreht, alle Fenster und Türen aufreisst und mich nach draußen bringt! Frischluft!
War wohl durch die Heizung und gleichzeitigem Kaffeekochen ein Sauerstoffmangel in der Kabine entstanden...
Nochmal Glück gehabt, würd ich sagen!
Nachdem wir uns von dem Schock erholt haben, wollen wir nur noch runter vom Pass - nachdem auch der LKW nicht anspringen wollte (Sommerdiesel + kälte = no good) und Till mit Rene die Filter säubern musste!
Runter vom Pass bedeutet aber auch einen ca. 400 km Umweg nach Marrakech!!!
Über Taliouine und Agadir gehts direkt nach Marrakech - eine Nacht dort und schnell über die A7 nach Casablanca...
Casablanca: eine große Stadt, darüber eine große Smogwolke, Slums neben Villenviertel, viele Ausländer, die hier arbeiten und viele Marokkaner, die hier versuchen ihr Geld zu verdienen. Und der Verkehr: ein kaum zu übertreffendes afrikanisches Chaos!!!
Casablanca ist aber auch die Zentrale aller Firmen - hier bekommt man alles. Und hier ist auch eine große Mercedes-Werkstätte, wo wir unseren Schlumpf mal durchchecken lassen wollen.
Da der einzige Campingplatz in der Stadt geschlossen ist und es hier eindeutig zu gefährlich ist wild zu campen, müssen wir die Nacht 30 km außerhalb verbringen.
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| Graffiti in Casa |
Heute, am Tag des Nikolauses warten wir nun schon seit 4 Stunden auf die Schlumpf-Überprüfung. Dafür werden wir äußerst freundlich behandelt. Uns wird die gesamte Firma gezeigt und eine Bürodame erkundigt sich sogar nach unseren Reifen!
Am Sonntag werden wir dann endlich nach Rabat fahren, um Oliver & Deborah abzuholen um gemeinsam das Visum für Mauretanien zu beantragen!
Die beiden haben sich dazu entschieden, mit uns weiter in den Senegal zu reisen! Wir freuen uns schon wahnsinnig auf die zwei!
Während ich hier schreibe, liegt bereits ein Mechaniker unter Schlumpfs Arsch... :D
Fazit: Überprüfung mit Ausgezeichnet bestanden!!!
Nur ein Mercedes ist ein Mercedes!!!