"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

28.10.2012

Canyons, Dromedare und Skorpione

Nach unserer Massage von Mustafa brechen wir am nächsten Morgen komplett "entspannt" wieder Richtung Norden auf... Vorher verabschieden wir uns noch von unseren Wüstenfreunden, die weiter in den Süden reisen.  Vielen Dank für den tollen Trip mit euch! Es war uns eine Ehre, habi di Ehre! :) Alles Gute für euch und vielleicht treffen wir uns wieder - Inshalla!

Von Foum Zguid gehts erstmal ca. 200 km weiter. Am Abend suchen wir uns in einem wunderschönen Flusstal - nach Tata -  einen Schlafplatz und bekommen Besuch von einem Hirten mit seiner Dromedarherde.
Bei Rene herrscht seit heute Forminstabilität (wahrscheinlich wegen der fettigen Tagine von gestern), desswegen muss er jetzt - auf Rat von Doris und mir auf seinen Kaffee verzichten - oje... Wer ihn kennt, weiß was das für ihn heißt ;)
Am darauffolgenden Tag, also zum Nationalfeiertag trällern wir erstmal ein Ständchen für euch! Ich hoffe, es gefällt :D
Dann geht es nach einem ausgiebigen Frühstück - ausgenommen Rene - weiter nach Agadir. Wir überqueren den Antiatlas, während wir durch viele kleine Dörfer fahren. Das Hammelfest (Äit) hat heute begonnen und es werden vor den Häusern Schafe geschlachtet, gehäutet und zu einem Festmal zubereitet. Die Menschen sind in ihrer traditionelle Festtagskleidung und begrüßen uns alle freundlich mit Winken und einem herzlichen Grinsen. Wir begegnen wieder einigen Kamelen, Streifenhörnchen und Eseln. Eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecke...

Am Nachmittag kommen wir auch schon in Agadir an, wo wir uns etwas außerhalb am Campingplatz "Paradies Nomades" niederlassen. Hier gibt es sogar Wäscheservice (d.h. Wäsche wird vom LKW abgeholt, gewaschen, getrocknet, zusammengelegt und vor die Türe gestellt), Warmwasser (was für ein Luxus) und Pool :D Der Stellplatz kostet hier weniger als 8 Euro pro Nacht.
Gestern haben wir unseren Ersten Skorpion gesehen. Ich dachte immer, die sind viel größer, leider sind die aber so klein, dass man sie wirklich sehr leicht übersehen kann. Ab jetzt gibts nur mehr festes Schuhwerk, wenn ich zwischen den Steinen herumstreune.
Agadir ist sehr touristisch und künstlich... Sehr viele Hotels mit Standpromenaden, Verkaufsstände für Touristen, Mäci, viele Banken und Kaffees, Restaurants,... Der orientalische Flair fehlt etwas.

Doris hat am Samstag bereits ihren Flug nach Dakar gebucht. Sie wird uns am 30.10. leider verlassen :(

Agadir: km 24.659
Wort des Tages: Kackspaten

Dumm & Dümmer? 



Auch in der Wüste regnet es - der Boden ist zu trocken, dass er das Wasser aufnehmen kann, so müssen wir auch mal einen "Straßenfluss" durchqueren.








Auf einmal ein überwältigender Canyon neben der Straße 






Die Kamelherde, die uns am Schlafplatz besuchen kam. 

 ...  welch ein Panorama zum Abendessen! 




TruckerSnack!

 Ein idyllisches Dorf im Antiatlas

Kare - auf 1500 Meter

Skorpion

25.10.2012

Desert Blues


Am Sonntag kamen wir gemütlich und rechtzeitig zum Sahara-Club-Treffen in M'Hamid an (km 24.114) Am Weg dorthin durfte ich meine ersten LKW-Fahrstunden auf einem einspurigen "Güterweg" mit Sandpassagen am Straßenrand, genießen. Das wichtigste - den LKW-Gruß - hatte ich von Anfang an schon gut drauf! 
In M'Hamid angekommen, trafen wir wieder Conny & Christian aus Salzburg, die mir meine liegengebliebene Badehose aus Marrakech mitgenommen haben :) (www.co-ch-unterwegs.at)  Und außerdem trafen wir Marion & Walter aus Deutschland mit ihrem MAN-Kat (www.katonworldtour.bytw.com)!!! Die beiden haben ihr Leben in Deutschland hinter sich gelassen und sind jetzt voraussichtlich 15 Jahre auf Reise :D 
Nach 2 gemütlichen und schwitzigen Tagen in M'Hamid entschieden wir uns dann gemeinsam mit Conny&Christian und Marion&Walter Richtung Dünen (Erg Chegagga) aufzubrechen. Wir nahmen uns eine 150 km Piste Richtung Foum Zguid vor, die wir in 2 Tagen bewältigten.
Anfängliche Probleme mit unserer Einrichtung, die uns nämlich gewaltig um die Ohren flog, konnten wir gut verkraften um anschließend die schöne SandPiste zu genießen. Zwischendurch waren dann auch immer wieder ordentliche Schüttel-Passagen, wo Rene's Landy nach wenigen Kilometern fast auseinander flog: Die Aufhängung des  Stoßdämpfers (rechts-hinten) war gebrochen und zerstoch beinahe den Reifen... Aber in einer Halben Stunde war alles wieder repariert und wir konnten weiterfahren... 
Die Nacht verbrachten wir inmitten der Sanddünen unter wunderschönem Sahara-Sternen-Himmel, die wir in vollen Zügen genossen, da es am Abend gut abkühlte...
Am Nächsten Tag ging es schon früh weiter, durch den Lac Iriki, wo wir mit 60 Sachen über den Sand brettern konnten. Etwas später, wir hatten noch etwa 25 km nach Foum Zguid, endeten die Sandpisten und wir fuhren nun den Rest über furchtbares Steingeröll, wo wir für die Strecke ca. 4 Stunden brauchten. Belohnt wurden wir zwischen durch mit dem Anblick einer Kamelherde und einer Dornschwanz-Echse, die unseren Weg querte. Till hat sie gesehen, sprang aus dem LKW und stürmte ihr nach wie ein Verrückter, ich mit der Kamera in der Hand hinterher, bis sich die Echse hinter einem Stein versteckte... Leider konnten wir kein Foto erhaschen :( 
Am späten Nachmittag erreichten wir endlich den kleinen Ort Foum Zguid, wo wir noch einen gemütlichen und lustigen Abend zusammen verbrachten - mit sehr leckerer Tachine, Tee und einhergehender Massage von Mustafa :D Mustafas Verkaufsstrategie ist sehr wirkungsvoll, die ich euch kurz schildern möchte: 
1.) freundlicher Empfang mit Tee (selbstverständlich deklariert als cadeaux), 
2.) extrem aufmerksame Bewirtung beim Essen und regelmäßiges Fragen nach unserem Befinden - wir waren begeistert :D 
3.) Nach dem Essen, hier ein Späßchen, da ein Späßchen - hinter Rene's verspanntem Rücken
4.) Spontanes Hinlangen auf Rene's Schultern und kurzes, gelerntes Zudrücken in seine Verspannungen.
5.) Schon hatte er 4 Massage-Patienten unter seine Hände... :D
6.) Am Nächsten Tag präsentierte er uns die Rechnung: 30 DH pro Person :D 

Fazit: 30 DH sind jetzt nicht viel (3,-) aber wir haben wieder was gelernt über Marokko  :D

Heute gehts noch zum Bunker-Einkauf, da von Freitag bis Montag das "Äit"-Fest (großes Fest der Mosleme) stattfindet und an diesen Tagen die komplette Mühle hier stehen wird.... 

Außerdem trennen sich heute leider unsere Wege von Marion&Walter und Conny&Christian, die weiter in den Süden aufbrechen. Wir werden heute noch Richtung Agadir weiterfahren, wo sich wahrscheinlich auch die Doris von uns trennen wird :( INSHALLA!

 Pisten-Einstieg: Luft ablassen und mit den Kindern spaßen.. Die wollen immer ein bonbon von uns ;)

 yihaaa ... Sand-Fahr-Spaß (Pic made by Christian Irl)

(Pic made by Christian Irl)
(Pic made by Christian Irl)
(Pic made by Christian Irl)
von l nach r: Conny&Christian mit Nissan Patrol, Doris&Rene mit Landy, Marion&Walter mit MAN KAT und Carmen&Till mit PapaSchlumpf (Pic made by Christian Irl)



 Wüstenschlumpf





 Stoßdämpfer-Reparatur am Landy

 Erg Chegagga



 Till & Christian



Unser Nachtlager

 Die geliebte Steinwüste

Ein Berber-Nomade

Dromedar-Herde

Nach der Pistenfahrt gibts erstmal Tee


21.10.2012

Atlasüberquerung

Als wir den Sandsturm überstanden haben, begann es auch noch zu regnen und es wurde auch ganz schön kühl - was für ein Segen für Till! 
Also machten wir uns mit dem Taxi auf nach Marrakech in die Medina (Altstadt) auf den berühmten Platz Djamaa el fna. Am Nachmittag findet man dort Artisten, Geschichtenerzähler und Musiker. Am Abend wird der Platz zu einem riesigen "Fressstandmarathon", wo man frisch gepresste Säfte und allerlei Snacks kaufen kann. Wir entschieden uns erstmal für den Souk (Markt). Ein Traum. Hier kann man echt alles kaufen, was der Orient zu bieten hat: Ledertaschen, Teppiche, wunderschöne Sandalen, Tücher, Ketten, traditionelles von den Berbern, ... Die Marokkaner sind wirklich freundlich und man kann manchmal sogar auch "nur schauen". 
Nach einer Empfehlung eines Marrokaners, entschieden wir uns dann zum Essen für ein vegetarisches Restaurant in einer kleinen Gasse - gute Entscheidung - war wirklich sehr sehr lecker. 

So schön es auch war am Campingplatz in Marrakech, verabschieden wir uns am nächsten Tag wieder und machten uns auf den Weg nach Quarzazate und nehmen uns erstmal den Tizi-n-Tichka Pass, der über das Atlas Gebirge (2200m Höhe) verläuft, vor.
Leider war es an diesem Tag verregnet und sehr nebelig, dennoch waren wir überwältigt von dieser unglaublich schönen Landschaft. Obwohl wir  ca. 200 km  in ungefähr 7 Stunden zurücklegten und eigentlich den ganzen Tag mit fahren verbrachten, war es einer der beeindruckendsten Tage bis jetzt. Alle paar Kilometer änderte sich die Landschaft und die Vegetation rundherum komplett. War es auf 2000 m Höhe noch eisig kalt, hatten wir am kommenden Tag wieder 30 Grad, als wir in Quarzazate ankamen. Leute, ich kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen, wie schön es hier ist!!!!! :D Das muss man selber gesehen haben!

Am nächsten Tag sind wir gleich früh Richtung Zagora aufgebrochen und die landschaftliche Schönheit vom letzten Tag wurde fast nochmal übertroffen.... Das Atlas Gebirge lassen wir nun hinter uns und kommen in den Anti-Atlas, wo wir gewaltige Schluchten und Palmenoasen sehen. An diesem Tag  haben wir einen Berber mit unserem LKW ein Stück mitgenommen, der uns anschließend zu Tee und Datteln (die wachsen gerade überall auf den Palmen und sind sehr sehr lecker) in seinem Haus eingeladen hat. 
Am Nachmittag haben wir dann Zagora erreicht und einen einsamen ruhigen Campingplatz unter Palmen gefunden... Hier sind wir ganz alleine, kochen unser erstes Tachine und genießen den Schatten im Palmengarten!
Jetzt gehts dann weiter nach M'Hamid (noch 100 km) in die Sandwüste...

 Souk in Marrakech
 Gericht im vegetarischen Restaurant
 Blick auf den hohen Atlas nach der Passstraße

 Landschaft vor der Passstraße
 Passstraße auf den Tizi-n-Tichka


 auf 2200 Meter Höhe






 Schlucht aus Vulkangestein
 (Dattel-)Palmenoase bei Zagora


unsere erstes"Tachine" 

Erkenntnis des Tages: "Was du noch nicht weißt, kannst du noch nicht wissen!"