Von
Tétouane fahren wir am 30.5. Richtung Ceuta (Sebta). Die Küstenstraße ist die
gesamten 40 km bis Sebta geprägt vom Massentourismus. Eigentlich wollten wir
uns ein Plätzchen am Strand suchen, das konnten wir aber vergessen, da der
gesamte Küstenabschnitt mit Hotel- und Clubanlagen zugebaut ist. Hier ist kein
Stück Marokko zu erkennen. Alles musste hier dem europäischem Tourismus
weichen. Komplett verschandelt haben sie die Küste mit diesen Bunkern.
Fürchterlich!
Kurz vor Sebta und der Grenze zu Spanien biegen wir notgedrungen
einfach in eine Straße - abseits der Küste - ein. Die Straße führt hinauf in ein
kleines Dörfchen, wo wir uns dann gegenüber der Moschee auf einen Hügel
stellen. Bei einem Dorfbewohner holen wir uns die Zustimmung und wir können
wieder mal an einem hübschen Plätzchen mit Blick auf die ganze Küste, schlafen.
Er setzt sich ein Weilchen zu uns und erzählt uns, dass auch dieses Dorf in
Zukunft einem Golfplatz und einer Hotelanlage weichen muss. Die Dorfbewohner
müssen wo anders hin... Als wenn es nicht schon genug Hotelbunker hier gäbe...
Am
nächsten Tag, dem 31. Mai 2013 verlassen wir Marokko und den Kontinent Afrika
endgültig, indem wir in Sebta die spanische Grenze überschreiten.
Sebta,
die spanische Exklave hat vor allem als Freihandelszone und Angelpunkt zwischen
den beiden Kontinenten Bedeutung für den Warenhandel. Der Status dieser
spanischen Exklave wird von marokkanischer Seite immer wieder in Frage
gestellt, bislang erfolglos. Wegen des Schengener Abkommens und der dadurch
verstärkten Kontrollen an den EU-Außengrenzen wird es für Marokkaner immer
schwieriger nach Sebta zu fahren. Außerdem ist es ein begehrtes Ziel für
Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa – entsprechend massiv ist die spanische
Grenze hier abgeriegelt.
Am
Fähre-Hafen kaufen wir uns ein Ticket nach Algeciras, das Ticket nach Europa.
Wir bezahlen 144 Euro, andere bezahlen das mit ihrem Leben...
Nach
gut einer Stunde erreichen wir europäischen Boden in Algeciras und können wenig
später den Hafen verlassen.
Wir
machen uns sogleich auf den Weg Richtung Sevilla.
Allerdings,
planlos wie wir so oft sind, haben wir weder Straßenkarten noch Reiseführer für
Spanien dabei und wissen nicht mal welche Richtung wir ansteuern sollen und wie
wir aus Algeciras überhaupt rauskommen sollten. Unser NAVI hängt sich zudem ständig auf
und ist uns grad überhaupt keine Hilfe. Tja, so fahren wir halt nach Gefühl mal
Richtung Malaga und Autoroute. Bald ist auch Sevilla angeschrieben und unser
NAVI funktioniert auch wieder. Irgendwann denken wir uns aber, dass wir nicht auf der Autobahn die 200 km nach Sevilla fahren wollen und somit abfahren um auf
eine andere Straße zu gelangen. Wir halten bei einer Tankstelle und kaufen uns
erstmal eine Straßenkarte. Dann fahren wir einfach drauf los, wo uns das NAVI
hinschickt. Eine kleine Straße Richtung Norden – passt. Da wir beide schon
hundemüde sind, suchen wir sogleich nach einer Schlafgelegenheit, da wir ja
durch die Pampa fahren, dürfte das kein Problem sein. Denkste. Wir sind wieder
in Europa angelangt und haben anscheinend vergessen wie das hier ist. Jede
schöne Piste abgesperrt oder als PRIVAT markiert, jede Wiese eingezäunt, jedes
Waldwegchen ebenfalls verriegelt.
Wir
suchen bis 6 Uhr Abends, fahren in jede Seitenstraße, suchen alles ab. Und
sogar am Campingplatz, den wir gefunden haben, werden wir abgewiesen, da wir ein
zu großes Fahrzeug hätten.
Die
Landschaft hier ist echt schön, überall blüht Lavendel, es duftet nach Blumen,
einfach herrlich. Aber um 7 Uhr Abends geben wir auf und fahren zurück auf die
Schnellstraße, stellen uns auf die Tankstelle, bei der wir heute schon die
Karte kauften, zum übernachten. Welcome Europe!
Achja, wir hätten fast einen Marokkaner auf unserem LKW nach Europa mitgenommen. Er wollte sich irgendwo hinten auf den LKW raufsetzen. Wir sind im Fahrzeug gewesen und haben das Wackeln noch rechtzeitig bemerkt....
| unser Stellplatz kurz vor der Grenze nach Ceuta |
| Schlumpfi liebt Fähre-fahren |
und ich wollt grad fragen, ob ihr eh keine blinden Passagiere hattet!!!? :) und das mit den Stehplätzen hab i letztens mitn papa diskutiert und wir sind zu dem schluss gekommen, dass ihr vermutlich auf den autobahnraststellen (lkw-parkplätzen) übernachten müsst. tja, recht gehabt! aber vl wird's ja noch anders! lg kati
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