"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

02.06.2013

Marokko - Europa

Von Tétouane fahren wir am 30.5. Richtung Ceuta (Sebta). Die Küstenstraße ist die gesamten 40 km bis Sebta geprägt vom Massentourismus. Eigentlich wollten wir uns ein Plätzchen am Strand suchen, das konnten wir aber vergessen, da der gesamte Küstenabschnitt mit Hotel- und Clubanlagen zugebaut ist. Hier ist kein Stück Marokko zu erkennen. Alles musste hier dem europäischem Tourismus weichen. Komplett verschandelt haben sie die Küste mit diesen Bunkern. Fürchterlich! 
Kurz vor Sebta und der Grenze zu Spanien biegen wir notgedrungen einfach in eine Straße - abseits der Küste - ein. Die Straße führt hinauf in ein kleines Dörfchen, wo wir uns dann gegenüber der Moschee auf einen Hügel stellen. Bei einem Dorfbewohner holen wir uns die Zustimmung und wir können wieder mal an einem hübschen Plätzchen mit Blick auf die ganze Küste, schlafen. Er setzt sich ein Weilchen zu uns und erzählt uns, dass auch dieses Dorf in Zukunft einem Golfplatz und einer Hotelanlage weichen muss. Die Dorfbewohner müssen wo anders hin... Als wenn es nicht schon genug Hotelbunker hier gäbe...

Am nächsten Tag, dem 31. Mai 2013 verlassen wir Marokko und den Kontinent Afrika endgültig, indem wir in Sebta die spanische Grenze überschreiten.
Sebta, die spanische Exklave hat vor allem als Freihandelszone und Angelpunkt zwischen den beiden Kontinenten Bedeutung für den Warenhandel. Der Status dieser spanischen Exklave wird von marokkanischer Seite immer wieder in Frage gestellt, bislang erfolglos. Wegen des Schengener Abkommens und der dadurch verstärkten Kontrollen an den EU-Außengrenzen wird es für Marokkaner immer schwieriger nach Sebta zu fahren. Außerdem ist es ein begehrtes Ziel für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa – entsprechend massiv ist die spanische Grenze hier abgeriegelt.
Am Fähre-Hafen kaufen wir uns ein Ticket nach Algeciras, das Ticket nach Europa. Wir bezahlen 144 Euro, andere bezahlen das mit ihrem Leben...

Nach gut einer Stunde erreichen wir europäischen Boden in Algeciras und können wenig später den Hafen verlassen.
Wir machen uns sogleich auf den Weg Richtung Sevilla.
Allerdings, planlos wie wir so oft sind, haben wir weder Straßenkarten noch Reiseführer für Spanien dabei und wissen nicht mal welche Richtung wir ansteuern sollen und wie wir aus Algeciras überhaupt rauskommen sollten. Unser NAVI hängt sich zudem ständig auf und ist uns grad überhaupt keine Hilfe. Tja, so fahren wir halt nach Gefühl mal Richtung Malaga und Autoroute. Bald ist auch Sevilla angeschrieben und unser NAVI funktioniert auch wieder. Irgendwann denken wir uns aber, dass wir nicht auf der Autobahn die 200 km nach Sevilla fahren wollen und somit abfahren um auf eine andere Straße zu gelangen. Wir halten bei einer Tankstelle und kaufen uns erstmal eine Straßenkarte. Dann fahren wir einfach drauf los, wo uns das NAVI hinschickt. Eine kleine Straße Richtung Norden – passt. Da wir beide schon hundemüde sind, suchen wir sogleich nach einer Schlafgelegenheit, da wir ja durch die Pampa fahren, dürfte das kein Problem sein. Denkste. Wir sind wieder in Europa angelangt und haben anscheinend vergessen wie das hier ist. Jede schöne Piste abgesperrt oder als PRIVAT markiert, jede Wiese eingezäunt, jedes Waldwegchen ebenfalls verriegelt.
Wir suchen bis 6 Uhr Abends, fahren in jede Seitenstraße, suchen alles ab. Und sogar am Campingplatz, den wir gefunden haben, werden wir abgewiesen, da wir ein zu großes Fahrzeug hätten.
Die Landschaft hier ist echt schön, überall blüht Lavendel, es duftet nach Blumen, einfach herrlich. Aber um 7 Uhr Abends geben wir auf und fahren zurück auf die Schnellstraße, stellen uns auf die Tankstelle, bei der wir heute schon die Karte kauften, zum übernachten. Welcome Europe!

Achja, wir hätten fast einen Marokkaner auf unserem LKW nach Europa mitgenommen. Er wollte sich irgendwo hinten auf den LKW raufsetzen. Wir sind im Fahrzeug gewesen und haben das Wackeln noch rechtzeitig bemerkt.... 


unser Stellplatz kurz vor der Grenze nach Ceuta

Schlumpfi liebt Fähre-fahren

unser erster Übernachtungsplatz in Europa!




1 Kommentar:

  1. und ich wollt grad fragen, ob ihr eh keine blinden Passagiere hattet!!!? :) und das mit den Stehplätzen hab i letztens mitn papa diskutiert und wir sind zu dem schluss gekommen, dass ihr vermutlich auf den autobahnraststellen (lkw-parkplätzen) übernachten müsst. tja, recht gehabt! aber vl wird's ja noch anders! lg kati

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