"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

31.12.2012

1000 km Westsahara

Wir verlassen die Stadt Tan-Tan noch am nächsten Tag. Frisch geduscht und gekämmt geht’s durch die verlassene Wüstenlandschaft von Süd-Marokko. Nach Tan-Tan gibt’s nicht mehr viel. Die N1, die einzige asphaltierte Straße durch die Sahara. Sie ist eng und teilweise ragen kleine Dünen in die Straße. 
Die entgegenkommenden LKWs weichen nicht aus und fahren mit viel zu hoher Geschwindigkeit. Leider muss unser Seitenspiegel dran glauben, als so ein wahnsinniger Nicht-Ausweicher mit ihm kollidiert.
250 km hinter Tan Tan passieren wir die ehemalige Grenze zur spanischen Sahara (Westsahara). Ab jetzt können wir auch schon wesentlich preiswerter tanken (6 DH/liter = 50 Cent) als im Norden, weil das gesamte Gebiet der Westsahara zoll- und steuerfrei ist. 
Seit Tan-Tan kommen wir jetzt auch in regelmäßige Polizeikontrollen, wo unsere Pässe und persönlichen Daten verlangt werden. Noch zuhause habe ich davon 50 Kopien gemacht, die uns jetzt eine Menge Zeit ersparen. Solche Kontrollposten müssen wir nun zahlreich passieren, da das Gebiet der Westsahara noch immer umstritten ist und sich Touristen sicher fühlen sollen. 
Seit 1975 ist der größere Teil der Westsahara von Marokko besetzt und mit einem 1200 km langen verminten Wall abgeriegelt. Die Marokkaner schufen diese Verteidigungslinie mit Festungsanlagen und vielen Soldaten, um sich vor Angriffen der Unabhängigkeitsbewegung "Polisario" zu schützen. Die ehemalige spanische Kolonie sollte 1975 in die Unabhängigkeit entlassen werden. 
Für uns gilt es, die Straßen und Pisten nicht zu verlassen, da eben Minengefahr besteht. 

Am 26.12. erreichen wir die Stadt Laâyouane, wo wir uns erstmal einen neuen Spiegel für den LKW kaufen und uns gleich einen zweiten als Ersatz mitnehmen! 
Laâyouane ist ein wichtiger Militärstützpunkt und es tummeln sich jede Menge UN-Soldaten in der Stadt, die zur Überwachung des Westsahara-Referendums in die Stadt gerufen wurden. 
Von Laâyouane fahren wir weiter auf der N1 bis wir nach 180 km Boujdour erreichen. 
Hier legen wir eine kleine Pause auf einem Campingplatz ein, wo wir Wäsche waschen und Wasser nachfüllen können. 

Boujdour: km 29.598 (insgesamt 7.537 gefahrene km)



Dünen trennen die Straße vom Atlantik

Steuerfreies Paradies Westsahara 1 liter Diesel kostet 50 Cent
Die wahnsinnigen Spiegeltöter auf der N1

Schlafplatz auf der ehemaligen Grenze der span. Sahara
Schiffsfrack in Boujdour





Sand spielen ohne LKW

Am 29.12 verlassen wir Boujdour und fahren 300 km weiter in die Lagune von Dakhla. Hier gibt es wunderschöne lange weiße Sandstrände und man kann viele Wasservögel (Flamingos, Pelikane) sehen.  Außerdem ist die Lagune ein Kite- und Windsurfer-Spot.

Da wir erst ab 1.1. in Mauretanien einreisen können, werden wir hier auch noch Silvester feiern!
Wir wünschen allen unseren Blog-LeserInnen (und auch denen, die ihn nicht lesen;) einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr! Wahrscheinlich werden die Blockeinträge jetzt etwas spärlicher - Internetverbindung wird ab jetzt ein Luxus!




Die Lagune von Dakhla







2 Kommentare:

  1. Liebe Carmen und Crew! Wir wünschen euch auch ein gutes Neues Jahr, viel Glück besonders auf eurer Reise.
    Alles Liebe von Gerhard und Birgit

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  2. Heiho, Ihr Reisenden! Auch von uns ein stressfreies, reisefreudiges Neues Jahr! Seid ja schon ganz schön weit gekommen! Ab jetzt wird`s spannend für uns, weil wir ja nur bis Naila gekommen waren, bevor`s wieder nach Norden ging... länger Zeit zu haben hat schon was. Ihr macht das genau richtig!!
    Manu und Albrecht

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