Mit dem Visum in der Hand sind wir noch am selben Tag direkt nach Marrakech gefahren (300 km Autobahn) Rene ist bereits Mittag aufgebrochen, da seine Eltern und seine Schwester am Nachmittag in Marrakech eingetroffen sind. Sie werden eine Woche hier Urlaub machen :D
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| Die Autobahn nach Marrakech - Die Jungs hier nutzen die Autobahn für einen Spaziergang! |
Sehr zentral, hinter dem Djamaa-el-Fna und der Kutubiya-Moschee (die größte Moschee in Nordafrika), gibt es einen großen Parkplatz, wo wir und das Steyr-Team für eine Nacht parken, um uns zu Fuß dem Touriprogramm in Marrakech hinzugeben! Rene hat das Privileg beim Hotel seiner Eltern am Parkplatz stehen zu dürfen.
Marrakech, eine der Königsstädte in Marokko ist eine sehr schöne und authentische Stadt nördlich des Hohen Atlas, dessen 4000 m hohe Gipfel südlich der Stadt aufragen. Im Stadtgebiet leben knapp 1 Mio. Einwohner, die sich stolz Marrakchis nennen. Traditionell sind sie als begnadete Geschichtenerzähler bekannt, das Zentrum der mündlichen Überlieferung bildet dabei natürlich der Djamaa-el-Fna. Der Djamaa-el-Fna trennt die Medina in einen nördlichen Teil mit den ausgedehnten Souks (die größten des Landes) und in einen südlichen Abschnitt mit Sehenswürdigkeiten wie dem El-Badi-Palast, den Saadier-Gräber sowie dem Kasbah-Viertel. Der Platz ist seit Jahrhunderten ein Platz der Begegnung, des Handels und des Austauschs. Durch das Gewirr von Menschen tönt das Glockengeläut der Wasserverkäufer, Frauen sitzen auf Höckern und bieten Hennatattoos an, Männer aus dem Süden verkaufen Wundermittelchen und an zahlreichen Saftständen gibt es frisch gepressten Orangensaft um 4 DH.
Bei einem Bummel über den Djamaa-el-Fna (Platz der Geköpften) und durch die Souks erleben wir orientalisches, echtes Alltagsleben. Natürlich kann ich bei dem Angebot an Handwerkssachen aus Marokko nur schwer widerstehen und kaufe einen von Hand gemachten Teppich und Ledersandalen. Wollte eigentlich auch noch eine Aladdin-Hose und Halsketten kaufen - keiner der Händler wollte sich aber auf meinen Preis einlassen - so ließ ich es bleiben, da mir die Sachen sehr überteuert vorkamen.
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| Deborah beim Preisverhandeln für Ziegenfüße!! |
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| Die Souks in Marrakech |
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| Die Kutubya-Moschee, die größte Moschee in Nordafrika! |
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| Die Kutubya-Moschee bei Sonnenuntergang |
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| Der Djamaa-el-Fna bei Nacht |
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| Essen in den Garküchen am Djamaa-el-Fna. Die Leckereien kosten hier 30 DH pro Portion |
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| Die Kasbah-Moschee |
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| Gewürz-Laden! |
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| Die Saadier-Gräber |
Nach zwei Tagen Marrakech haben wir die Nase voll von Großstadt und wollen wieder raus ans Meer. Rene wird seinen Eltern noch Gesellschaft leisten, während wir schon mal nach Aourir (bei Agadir) vorfahren.
Vorerst schauen uns Till und ich aber noch wegen neuen Patscherl für Schlumpf um, da die zwei Hinterreifen beim Pistenfahren schon sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wir fragen bei einer Michelin-Werkstätte nach den Preis unserer Spezial-Reifen. Begonnen hat er bei 12.000 DH + Montage. Wir sagten, dass dieser Preis viel zu hoch ist und wir die Reifen in Casablanca um 10.600 DH bekommen (Ein angebliches Telefonat mit Casablanca vor dem Chef wirkt Wunder). Er geht auf 10.800 herunter --> Till versichert, er bezahlt nur 10.600, sonst fahren wir einfach nach Casa, ist ja kein Problem für uns. Na gut, er gibt sie uns doch um 10.600 aber + 200 DH Montage und die VISA Kosten müssen wir auch übernehmen, die müssen sonst sie bezahlen (2%) Till lacht laut und sagt: "Sicher nicht - gut danke, wir besorgen uns die Reifen in Casa." - Chef:" Nein, nein, ok, gut, ohne VISA Kosten." Er würde die Reifen gleich bestellen und morgen Früh, um 10:00 sind sie da und wir könnten Mittag nach Agadir fahren. Wir trauen dem ganzen nicht recht aber da wir sicher nicht mehr nach Casa zurückfahren und so schnell wie möglich nach Agadir wollen, stimmen wir dem Geschäft zu.
Die Nacht verbringen wir in der Nähe der Werkstatt auf einem Campingplatz. In der Früh war ich überrascht, als tatsächlich vor 10:00 das Handy klingelt und der Chef anruft, unsere Reifen wären da. :D Ein Wahnsinn denken wir, die Werkstatt scheint echt gut zu sein! Schnell packen wir zusammen und sind kurz drauf in der Werkstatt.
Die Arbeiter machen sich auch promt an die Arbeit. Als ein Reifen schon auf der Felge war, wirft Till einen kontrollierenden Blick drauf, und ihm fällt auf, dass es die falschen Reifen sind!!!!! NEIN! Statt 85, waren es 80er (also viel zu klein). Till macht den Arbeiter drauf aufmerksam - der meint nur: Maschi Muschkil - no problem!!! :D...... WIE BITTE? - Kein Problem??? Wenn die Reifen eigentlich zu klein sind für die Felgen??? Oh mann, wir trauen unseren Ohren nicht! Sauer teilen wir dem Chef mit, die Arbeit rückgängig zu machen - wir brauchen passende Reifen - keine falschen!!! Er wollte uns auch noch einreden, dass die Reifen schon passen! :D Als wir schon fahren wollten, macht er uns aber doch noch ein Angebot, dass er die Reifen neu bestellt, diese würden um 16:00 da sein und da sie teurer sind, können wir sie um 10.800 DH inkl. Montage und VISA Kosten haben. Also gut: wir stimmen zu, unter einer Bedingung: Wir wollen unsere alten Reifen bis Juni (wenn wir wieder zurückkommen) bei ihnen gratis lagern können. Sie versicherten uns, dass das in Ordnung geht - Maschi Muschkil! Denn eigentlich freut es uns eh nicht, in Agadir wieder nach Reifen suchen zu müssen.
Am Campingplatz warten wir bis 16:00, fahren dann erneut zur Werkstatt und warten dort auf unsere Reifen - es wird nach 17:00. Und unser anfängliches Misstrauen bestätigt sich jetzt erst so richtig: Zwar haben sie jetzt die richtigen Reifen bestellt, aber bei der Montage drischt der Arbeiter mit der Eisenstange so an der Felge herum, dass er nicht nur den Lack (Rostschutz!) zerstört sondern auch Metall mit abschlägt. Till sagt ihm wütend, dass das nicht gut sei für die Felge. Darauf wieder die Antwort: Maschi Muschkil! Echt unglaublich - was für eine Werkstatt. Unter Adlers Augen lassen wir ihn weiterarbeiten (eh schon zu spät) und dann zerstörrt er mit seinem Wagenheber auch noch einen Ablassschrauben am Differenzial.
Und jetzt setzt die dumme Sekretärin Allem noch die Krone auf: Sie war es, die uns anfänglich versichert hat, unsere Reifen hier einlagern zu können (unsere Bedingung) sagt uns jetzt, dass wir die Reifen nur gegen Geld lagern können. Jetzt platzt auch mir der Kragen und ich werde richtig laut. Die ganze Werkstatt inkl. Arbeitern, die ihre Arbeit schon lange liegen gelassen haben, richten ihre Augen nur auf uns. Als wir dann wieder mit einem Anruf einer wichtigen Person drohen, willigten sie uns ein, die Reifen bis Juni hier für uns aufzuheben.
Richtig fertig und sauer auf diese Unkompetenz dieser Scheiss-Firma verlassen wir um 19:00 endlich Marrakech.
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| tataaaa: Schlumpfs neue Schuhe! |
Wir brausen durch nach Agadir und noch in der Nacht erreichen wir den Stellplatz von Oliver & Deborah in Aourir, bei einem Jugendzentrum direkt am Strand - Die beiden haben bei ihrem letzten Aufenthalt hier länger gestanden und kennen den Leiter des Surf- u. Jugendzentrums recht gut. Wir dürfen uns hier wie zuhause fühlen, sagt er. Abdellah hat aus eigenen Stücken dieses Jugendzentrum aufgebaut. Er ist Surfprofi und er möchte neben seiner eigentlichen Arbeit und seiner Familie, Jugendliche, die kein bzw. nicht viel Geld haben, die Möglichkeit geben, hier surfen zu lernen. In diesem Haus können sich Jugendliche außerdem treffen, Fußballspielen, es gibt Schlaf- Dusch- und Kochmöglichkeiten. Abdellah ist nur auf Spenden und finanzielle Unterstützungen angewiesen. Es gibt keine staatlichen Subventionen dafür. Oliver und Deborah haben in Österreich Sportutensilien gesammelt, die sie ihm heute überreicht haben. Er war sichtlich gerührt. Die Kids haben Bälle, einen Basketballkorb und Inline-Skates bekommen. Natürlich wurden die Sachen auch auf der Stelle ausprobiert.
Heute wachten wir auf, blicken aufs Meer, genießen den strahlenden Sonnenschein und der Steyr neben uns...
Alles von gestern war auf Anhieb vergessen und wir können den heutigen Tag in Vollen Zügen genießen und freuen uns über die neuen Reifen!
Außerdem haben wir jetzt ein Moped, das uns Oliver aus Österreich mitgenommen hat!
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| Unser Stellplatz in Aourir - wir bleiben bis Mittwoch hier! |
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| Bei Abdellah, Begründer dieses Jugendzentrums, in Aourir |
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| Jugendzentrum mit Vorplatz! |
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