"Man reist nicht nur um anzukommen,
sondern vor allem, um unterwegs zu sein."

(Goethe)

10.07.2013

Tour de France


Zeitgleich zur echten "Tour de France" touren nun auch wir in Frankreich herum. 
Ende Juni verabschieden wir uns von Sebastian und seinem Hund Finn, die wir in Ajo am Strand kennenlernten, und fahren an der Küste rauf nach Frankreich. 
Das Navigieren ist ein kleines Desaster auf dieser Strecke. Wir wollen auf jeden Fall die Autobahn (kostenpflichtig und nicht billig) vermeiden und die Nationalstraße nehmen. Soll ja eigentlich nicht so schwer sein aber bei so vielen Straßen wie es in Europa der Fall ist, ist das Navigieren ganz schön anspruchsvoll. Jedenfalls irren wir in Donostia S. Sebastian herum auf der Suche nach der N1. Irgendwann landen wir dann doch auf der Autobahn - erstmal in die falsche Richtung – ab- und wieder aufgefahren geht’s in die richtige Richtung, drauf geschissen fahren wir jetzt ein Stück mal raus aus der Stadt und hoffen drauf dass das Chaos in Frankreich besser wird. Für nicht mal 30 km bezahlen wir über 10 Euro. In Frankreich ist die Nationalstraße zwar leicht zu finden aber eigentlich gesperrt für über 7 Tonnen. Wieder drauf geschissen. Wir möchten jetzt endlich ein Stück weiter kommen und zu unserem Stellplatz nach Hossegor... In Frankreich gibt es solche Stellplätze für Wohnmobile, an denen man als Alternative zu teuren Campingplätzen stehen kann, manchmal gratis, manchmal um 8-10 Euro. Dafür hat man Wasser und manchmal Toiletten. Nicht ganz billig aber wildcampen ist nicht mehr ganz so einfach jetzt. In Hossegor treffen wir wieder mal auf ein paar junge Leute.

Von Hossegor geht’s zuerst weiter nach St. Eulalie am See und dann wieder an die Küste, an den plage la laguna, wo wir (wie gewohnt) gratis und direkt am Strand stehen.
An der Küste verbringen wir noch einige Tage, rammen dann noch einen spanischen Mietwagen mit ukrainischer Familie auf Urlaub (nix passiert außer kaputtes Nervenkostüm bei manchen Beteiligten, Lackschaden am Auto und Versicherungstrallallaaaa), fahren weiter über die berühmte „rue de vin“ in der Gegend von Bordeaux nach R.S.Estephe, La Rochefoucauld und in das wunderhübsche Dörfchen Bellac.
Traumhafte Gegenden, bezaubernde Ortschaften, umwerfende Schlösser und sehr sehr nette Menschen (Ausnahmen sind eine lustige Abwechslung)
Das Angebot in den Supermärkten Frankreichs ist noch mal um einiges reicher als in Spanien und Portugal. An jeder Ecke gibt es einen Super oder Hyper U, einen Intermarché, einen Lidl oder Aldi, etc. etc. etc. Beim Einkaufen brauchen wir jedes Mal eine Ewigkeit und sind komplett überfordert mit dieser Auswahl. Es ist schon fast eine Qual mit diesem Sortiment. In Afrika war das noch einfach: Brot oder kein Brot. Milchpulver oder überhaupt keine Milch, Gemüse, was grad verfügbar war...

Skimboarden in Spanien

Wanderung zum Leuchtturm
Carmen will nicht mehr wandern...

Leuchtturm in Ajo/Spanien

endlich haben wir sie gefunden, die Nationalstraße nach Frankreich

Stellplatz am plage la laguna

Die Düne von Pyla - ganz schön beschwerlich die Besteigung



Route de vin in Bordeaux

R.S.Estephe

chateau La Rochefoucould


Kirche im gleichnamigen Ort  La Rochefoucould

Bellac







Nach einer Nacht in Bellac fahren wir  weiter nach Digoin an der Loire. Dort gibt es zwischen Baustelle und Kinderspielplatz einen gratis Stellplatz mit Blick auf die schöne Loire. Am Abend wird noch etwas herumspaziert. Zufällig spielt eine Band, die französische Lieder trällert - direkt an der Loire unter Bäumen. Eine Weile sitzen wir hier und lauschen der Musik. Als wir nächsten Tag erwachen, findet ein Flohmarkt am Platz neben dem Stellplatz statt. Supertoll. Während Till laufen geht, stöbere ich zwischen französischen Kinderbüchern, muffeliger Kleidung und altem Porzellan. 
Am Nachmittag fahren wir mit geleihten Fahrrädern am Canal à la Loire entlang, ein herrlicher Radweg.
Als wir schon wieder am Rückweg waren (weil uns der Hunger vorantrieb), passierte es dann: Beim Nebeneinander fahren, verhakte ich irgendwie mit meinem Lenker in Tills Bremse und wir konnten die Räder nicht mehr voneinander lösen. Jedenfalls nicht so, dass wir nicht stürzten.... Ich landete mit dem Kopf und der Schulter voran am Asphalt, Till auf mir, das Rad unter mir. Das tat ordentlich weh. Mir war etwas schwindelig und meine Schulter radiert. Naja, wir fuhren zurück und ich ruhte mich ein wenig aus. Wahrscheinlich eine leichte Gehirnerschütterung.
Am nächsten Tag war die Wäsche trocken und mein Kopf brummte... Wir fuhren weiter nach Remigny, etwas südlich von Dijon, in der Provinz Bourgogne, wo es mehrere Klettergebiete gibt. Das Gebiet war etwas schwierig zu finden, aber wir haben uns durchgefragt und den Platz dann doch noch gefunden. Ein supertolles Klettergebiet und ein lauschiger Stellplatz davor. Perfekt.
Am Abend gesellen sich auch zwei Deutsche mit ihrem VW-Bus neben uns. Chris und Jörg, die auch gerade von einer 1-jährigen Asienreise zurückgekommen sind. Wir finden sofort ein gemeinsames Gesprächsthema und sitzen bis nach Mitternacht, trinken dabei 3 Flaschen Wein und kommen fast nicht mehr aus dem Reden raus.


Radfahren an der Loire

Klettern in Remigny und St. Denis

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